Aprilia RXV 450/550
Aprilia RXV 450/550 |
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Wie alles begann... Vor 2 Jahren staunte die Offroadwelt ungläubig auf ein Bild in dem Aprilia stolz seinen kleinen 2 Zylinder 450er Motor in Händen hielt. Man wolle wieder zurück zu den Wurzeln und im Offroadsport Fuß fassen. Ok, dachten sich viele, wieder eine Wuchtel um das sportliche Image einer Marke aufzumöbeln. Aber schon im ersten Jahr ging die SM WM Krone nach Italien, nicht schlecht, aber echtes Offroad? Beim ersten RXV Test von 1000ps.at im Herbst 2005 dann die erste Überraschung. Besser als erwartet, aber noch sind zu viele Teile von der Straße auf dem Bike. |
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Lernjahr für die Italiener Aprilia hatte viel Arbeit vor sich, aber man war sich seiner Sache sicher und die Erfolge gaben Ihnen Recht. In der Ital. Enduromeisterschaft belegte man 2006 den 3 Platz. Auch in der WM konnte Aprilia einige Sonderprüfungsbestzeiten hinlegen. Den Sieg holten sie sich in der Ital. Rallymeisterschaft. Die Entwickler ließen die Erfahrungen sofort in die Serie einfließen und so steht ein stark überarbeitetes Modell 2007 im Laden. Das Geständnis! Für 1000ps.at ließ der Sportchef Massimiliano die Katze aus dem Sack (Ok, die 2 Flaschen Merlot haben sicher auch einwenig dazu beigetragen!) . Nächstes Jahr wird Stefan Marriman (Vize Weltmeister!) und Jungstar Nicola Paganon in der WM an den Start rollen. Weitere Topstars werden noch gesucht und bestimmt gefunden. Noch Überraschender ist jedoch das Aprilia im nächsten Jahr mit Chiodi und Melotte, 2 absolute Top Fahrer, in der Motocross WM mitmischen will. Und nachdem alle Guten Dinge 3 sind gleich die nächste Botschaft. Aprilia wird bei der Dakar 2008 mit einem Werksteam teilnehmen! Na wenn das mal keine guten Nachrichten sind! |
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Neuerungen RXV 2007
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Der Test Die äußeren Bedingungen waren Bilderbuchmäßig. Tage vorher hatte es geregnet und dem Untergrund die nötige Würze gegeben. Am Testtag selbst strahlte die Sonne bei 29° mit den stolzen Aprilia Leuten um die Wette. Unser Guide Stefano Passerie (ehem. Europameister) sorgte für das nötige Temo und Motivation unter den Testern, also nix mit spazieren fahren, mit der vierten voll über die Steine das die Felgen scheppern als wäre kein Gummi oben. Am Vormittag stand andrücken auf steinigen Eselspfaden am Programm. Mittags der Wechsel zum griffigen Crosstest, und am Nachmittag in einem schlammigen Wald mit einer feinen Endurosonderprüfung. Eben die ganze Bandbreite. Motor: |
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Ergonomie: Bei meiner Körpergröße von 186 passt die Kombination aus Fußrasten, Sitzbank und Lenker sehr gut. Die Sitzbank hat die Ideale Härte und bietet viel halt. Die breite Silhouette unter der Sitzbank ermöglicht einen tollen Knieschluss und entlastet damit die Unterarme, ein gutes Kontollgefühl und Vertrauen ins Bike ist die Folge daraus. Lediglich die Tanklinie stört ein wenig. Beim harten umlegen am Crosstest zwicken die Tankspoiler ein wenig und hindern einen daran schnell genug das nötige Gewicht aufs Vorderrad zu bringen. Bremsen/Getriebe/Kupplung: |
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450 oder 550? Von außen nicht zu unterscheiden setzte ich mich in der Früh auf eine der Löwinnen ohne lange nachzuschauen. Am Lenker dann ein Tape mit der Aufschrift 550. OK, prima, unaufgewärmt gleich mal den Dampfhammer. Schon beim Gasselheizen durch die idyllischen Bergdörfer rund um den Lago di Iseo konnte ich mich kaum zurückhalten. Schon nach wenigen Minuten gewöhnt man sich an ständige Slides und Wheelies bei jedem hinausbeschleunigen, die Mundwinkel nehmen dabei eine Dauerstellung gleich unterhalb der Ohren ein, herrlich! Auf den nassen rutschigen Steinwegen ist dann aber Vorsicht geboten. Das Heck ist ständig daran einen zu überholen. Ebenso verlangt die 550er beim Crosstest viel Gefühl im Race Modus oder viel Körpereinsatz. Auf der Stoppuhr liegt hier die 450er voran. In der Spaßwertung gehen die Punkte aber klar an die 550er. Bei der schlammigen Sonderprüfung im Wald mit tiefen Spurrillen dann eine Überraschung. Hier konnte die smooth zu fahrende 550er ihre Vorteile voll ausspielen. Einfach einen Gang höher als die 450er und die große Aprilia zieht dich völlig unbeirrt und locker durch den Dreck. War mir Anfangs so sicher das die 450er die bessere Wahl für die Racepartie ist. Die 450er is eben etwas unauffälliger aber meistens schneller. Nun bin ich aber etwas selbst in Zweifel geraten. |
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Fazit: Noch immer ist die Aprilia ein absolutes Allroundbike, egal ob Erzberg, MX Track oder Wüstenrallys. Aber trotzdem haben die Italiener Ihre RXV in Richtung Enduro getrimmt und das mit Erfolg. Die Wahl des Wettbewerbes liegt nun bei euch, mit kleinen Adabtionen ist man überall vorne mit dabei! Aprilia stellt heuer eine absolut Wettbewerbsfähige Enduro in den Laden. Das 2-Zylinderkonzept mit el. Einspritzung überzeugt. Auch aufgrund der Gewichtsreduktion ist die RXV ab sofort eine echte Alternative. Jedoch hat wie alles im Leben seinen Preis und die Exklusivität schlägt sich eben darin nieder welcher bei 9.695,- für die 450er und 10.198,- für die 550er liegt. Aber allein das Design und der Klang des 2 Zylinders ist schon jeden Cent wert. Einzigartig: Die RXV kommt mit Straßenzulassung für 2 Personen auf den Markt. Im Kit-Paket mit dabei sind Fußrasten für die bessere Hälfte zu Hause, die am Rahmen montiert werden können. Und so kann man auch sein Herzblatt von der Notwendigkeit der Aprilia überzeugen. + Design / Exklusivität + Fahrwerk + Motor + Racekit / 2 Personen Zulassung - Gewicht - Preis - Tanklinie |
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Bericht vom 03.11.2006 | 18.148 Aufrufe