Dalmatia Rallye 2010

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1000km und 100 Teilnehmer aus 10 Nationen! Tolle Einsteigerrallye nur wenige Stunden von Österreich entfernt. Ein Geheimtipp für alle, die viel legal Offroadfahren fahren wollen.

Dalmatia Rallye 2010


1000km und 100 Teilnehmer aus 10 Nationen! Tolle Einsteigerrallye nur wenige Stunden von Österreich entfernt. Ein Geheimtipp für alle, die viel legal Offroadfahren fahren wollen. Wir waren mit dabei und berichten wie man die erste Rallye in Angriff nimmt und gleich gewinnt.
 

Schon länger hatte ich die Rallyeszene im Auge. Sollte man als eingefleischter Offroader ausprobiert haben. Die Sorge besteht nur darin, dass einen der Virus nicht mehr los lässt. Zuerst war da die bekannteste Rallye in Mitteleuropa, die Breslau, im Kopf. Doch dann stieß ich auf die Dalmatia. Organisiert vom Steirischen Verein EFC4U und noch dazu direkt am Meer in Kroatien. Auf 100 Starter limitiert bekommt man für 735,- 7 Tage Hotel mit HP und 1000 km Offroad top organisiert! Das überzeugte.

Im Zuge der Vorbereitung kam ich Schritt für Schritt dahinter, dass es hierbei nicht nur um Vollgas geht. Die Navigation steht im Vordergrund. Um die Kosten gering zu halten, wird bei der Rallye auf ein GPS verzichtet. Die Navigation erfolgt ausschließlich mittels Roadbook, Tripmaster und Kompaß. Mit ca. 750,- ist man Navigationstechnisch top dabei. Die ganze Einheit muß auf einen Vorbau oder der Lenkerstrebe aufgebaut werden. Die Tankreichweite sollte für gut 130km reichen. Tanks mit 13lt sind hierbei für 4 Takter mehr als ausreichend. Meine 250er KTM EXC-F braucht nur rund 6 lt. auf 100km, damit wäre ich auch mit dem original Tank über die Runden gekommen.

Los ging es am Sonntag mit dem Prolog außerhalb von Biograd. Top motiviert hab ich schon nach wenigen km die ersten Konkurrenten überholt. Dabei aber vergessen mit der Navigation am laufenden zu bleiben. Man sollte immer ein Auge auf Roadbook und Tripmaster haben. Im Roadbook sind alle wesentlichen Abzweigungen mit einem kleinen Bild und km Angabe versehen. Dies ist dann mit dem Tripmaster (nix anderes als ein Tacho mit größeren Zahlen der genauer eingestellt werden kann) abzugleichen. Das Roadbook wird mit dem Daumen vor- und zurückgespielt, der Tripmaster muß gelegentlich abgeglichen werden. Ich hatte den Überblick verloren und auf den paar km gleich mal 4 min auf die Spitze eingebüßt! Platz 25, kein guter Start.
 

Jetzt kanns nur noch besser werden!


Montag standen 230km und 2 SP's mit über 1h am Programm. Der Veranstalter warnte vor der Navigation. Recht hatten sie. Doch ich hab mich schnell eingelebt und habe viel Zeit auf der Etappe herausgefahren. Als 75. gestartet und als 3. im Ziel. Zählt zwar nix für die Wertung, aber umso mehr fürs Ego. 2 sehr schnelle SP's. Die erste fast 40 km den Berg hinauf und auf der anderen Seite zum Meer hinunter. Leider keine Zeit, die Aussicht zu genießen. Meine kleine KTM hat alles gegeben. 3. in der Gesamtwertung gegen die großen Bikes und den Rallyehaudegen. Nicht schlecht, die Mühle kommt in Fahrt. Ich hatte auf den Führenden Alexander Büchl 4 min Rückstand, in der ACC oder Enduro-Trophy eine Welt, doch bei einer Rallye nichts.

Marathonetappe


Vor dem Ruhetag am Mittwoch ging es nochmals ans Eingemachte. 370 km Etappe und eine kleine SP. Auf der Etappe in Gruppen gefahren, und ordentlich verkoffert. Merke: Fahre niemals anderen blind nach, zieh dein Ding durch, vertrau nur dir selbst, laß dich nicht aus der Ruhe bringen! Am Abend hatte ich 410km am Tacho. Kleine Fleißaufgabe. Auf der SP gleich 3 mal etwas zu weit gefahren, aber sofort korrigiert. Damit Rang 2 in der Tageswertung, aber immer noch auf 4. in der Gesamtwertung.
 

Wohin des Weges


Am Donnerstag war dann die berüchtigte Kompassprüfung dran. Neben den normalen rund 200km Etappe war eine SP nur mit Roadbook und Kompass zu navigieren. Bei jeder Weggabelung im kroatischen Dickicht waren im Roadbook die Grade angegeben. Stehenbleiben, Kompass raus und weiter gehts. Doch um vorne mitzufahren darf man nicht immer stehen bleiben, sondern muß auch seinen eingebauten Orientierungssinn aktivieren, als auch etwas Spuren lesen können. Dort holte ich zu meiner Überraschung den Tagessieg. Es hatte geregnet und es war auch technisch schwer zu fahren, das kam mir und meiner KTM sicher auch entgegen.
 

Der letzte Tag


Als Führender startet man als Letzter. Schon ein komisches Gefühl. Sollte da etwas passieren, eine Panne etc., kommen nicht mehr viele nach, die einem helfen können. Mein Vorsprung von 1.33 min war auch alles andere als komfortabel. Die Etappe war mit Abstand die schönste. Ebenso die 2 SP's. Die erste auf den Alan. Das ist eine Paßstraße auf 1800m SH hinauf. Eine enge Schotterstraße, mit viel Vollgas. Hierbei war eben abzuwegen, etwas Sicherheit mitfahren zu lassen und trotzdem nicht den Anschluß zu verlieren. Dabei konnte ich die zweitschnellste Zeit hinlegen und habe nur wenige Sekunden auf meinen Verfolger und Seriensieger Johann Permadinger verloren. Die 2. SP war ebenfalls leicht in der Navigation, dafür auch sehr schnell. Hier ging mein Plan ebenfalls auf. Damit konnte ich am Abend den Pokal für den Gesamtsieg mit nur 1.06 min Vorsprung entgegen nehmen. Auf Rang zwei folgte Johann Permadinger vor Joe Müller. In der Teamwertung konnte unser Team Motul Austria mit Ederer/Kreidl/Reiser noch den 2. Platz belegen hinter Hasi-Moto 1. Auf Rang 3 folgte Team Ferlach Guns.

Was ist wichtig bei der ersten Rallye?


Zuerst einmal, in der Ruhe liegt die Kraft. Rallyefahren hat mit den mir bisher bekannten Enduro und MX wenig gemeinsam. Hier geht es um Navigation, Gefühl und Taktik und natürlich auch Speed. Es läuft etwas stressfreier ab, man spult viele km ab, die aber nicht so konditionsfordernd sind. Auch technisch kommt auch ein Anfänger leichter über die Runden. Bunt war auch das Fahrerfeld. Von 300er KTM 2 Takt bis hin zu einer Transalp war alles mit Stollenreifen am Start. Kaum zu glauben, wozu alte Suzuki DRs in der Lage sind. Eines fiel auch auf: die Kameradschaft ist noch höher als beim Endurofahren. Jeder hilft jedem, egal ob im Fahrerlager oder auf der Strecke. Selbst in den SP's wird angehalten wenn es Probleme gibt.

Keine Angst vor der Navigation


Jeden Abend haben wir vor der Fahrerbesprechnung ein Roadbook bekommen. Das aus bis zu 50 A 5 Blättern besteht. Diese werden dann noch markiert und zu einer Rolle geklebt (viel Tixo mitnehmen). Vor dem Start wird diese in den Roadbookhalter eingeklebt. Dann geht es zu Beginn der erste Rallye darum, dass man sich Zeit nimmt um ein Gefühl für Entfernungen und der Handhabung der Navigation zu bekommen. Nach einem Tag hat man das aber drinnen. Ich hatte oft ein und den selben Fahrer 5 mal am Tag überholt. Ich war zwar schneller unterwegs, mich aber oft verfahren. Der Kollege ging es ruhiger an und verpasste nicht die wesentlichen Abzweigungen. Das kann peinlich werden!

Die Dalmatia ist für's erste mal Rallyeluft schnuppern perfekt. Die Organisation locker drauf. Dinge wie Parc ferme werden nicht so eng gesehen. Man kann jederzeit sein Motorrad holen, daran schrauben und wieder zurückstellen. Das Fahrerlager an der Strandpromenade ist nur 50m vom Hotel entfernt, das mitten im Zentrum von Biograd liegt.

Was brauch ich für meine erste Rallye?


Ein Motorrad mit Stollenreifen. Das ist erstmal das wichtigste. Egal ob alte XT, Tuttelbär oder 2 Takter. Mit allen kann man antreten was ein Taferl hat. Wichtig ist nur eine Reichweite von min. 130km. Dazu eine Navi-Einheit bestehend aus Roadbook und Tripmaster, einen Kompaß und eine Woche Zeit. Meine Teamkollegen sind die ganze Woche mit der selben Garnitur Reifen gefahren (MX Reifen sind erlaubt). Auch ist keine weitere Betreuung notwendig, da zum tanken immer öffentliche Tankstellen angefahren werden und am Abend bis 20h genügend Zeit bleibt, um alles zu reparieren.

Fazit:


Für alle Offroadbegeisterten sehr empfehlenswert etwas Rallyeluft zu schnuppern, egal ob Profi oder XT Fahrer.

Alle Infos und Ergebnisse aller Klassen unter: www.efc4u.at


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Text/Fotos: ß

Autor
TommyfromVienna

TOMMYFROMVIENNA

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Bericht vom 14.05.2010 | 5.615 Aufrufe

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