Mitfavorit Ricky Brabec nächstes Opfer der Dakar 2023!
Honda-Pilot muss nach Sturz aufgeben - Sanders übernimmt Spitze
Jeden Tag (zumindest) eine böse Überraschung bei der Rallye Dakar 2023! Auf der ersten Etappe erwischte es Titelverteidiger Sam Sunderland, auf der zweiten kamen Matthias Walkner und Joan Barreda Bort zu Sturz - beide beißen aber die Zähne zusammen und fahren weiter - und auf der dritten erwischte es Ricky Brabec. Für den Sieger von 2020 ist die Dakar nach einem Sturz zu Ende, neuer Gesamtführender ist nach seinem Etappensieg der Australier Daniel Sanders auf GasGas.

Frühes Aus für den Mann, der 2020 die eindrucksvolle KTM-Serie beendete
Mit dem Tagessieg auf der ersten Etappe hatte Ricky Brabec seine Anwartschaft auf den Sieg oder zumindest das Podium unterstrichen, auf der dritten ging der Traum des US-Amerikaners vom zweiten Triumph aber schon zu Ende. Der Honda-Pilot stürzte nach 274 Kilometer der Sonderprüfung und und musste danach mit Schmerzen im Halswirbelbereich zur weiteren Untersuchung seines Zustands ins Krankenhaus geflogen werden. Im Jahr 2020 wurde er zum ersten amerikanischen Sieger der Dakar und zu jenem Mann, der die eindrucksvolle KTM-Siegesserie von 18 (!) aufeinanderfolgenden Triumphen beendete.
Mason Klein war der erste Privatfahrer seit 2016, der eine Dakar-Etappe gewann
Eröffnet wurde die Etappe von Alula nach Ha'il über 668 Kilometer (davon 447 gewertet) von Mason Klein, der Tags davor seinen ersten Tagessieg auf der Dakar feiern konnte. Der Amerikaner, der fürs BAS World KTM Racing Team fährt uns seinen Start erst Mittels Crowdfunding realisieren konnte, war der erste Privatfahrer, der eine Etappe seit Štefan Svitko im Jahr 2016 gewonnen hat. Auf der heurigen Dakar kommt übrigens erstmals ein Bonussystem zum Tragen, das jene Fahrer belohnt, die eine Etappe eröffnen und so gewissermaßen auch die Pfadfinder für die Konkurrenz spielen "müssen". Durch die sofortige Entschlüsselung der Passagen von einem Wegpunkt zum anderen zwischen dem Start der Wertungsprüfung und dem Tankstopp nach 240 Kilometern wurden dort dann Zeitgutschriften angerechnet: 1,5 Sekunden pro "Führungskilometer" für den Ersten, 1 Sekunde für den Zweiten und 0,5 Sekunden für den Dritten. Der Fahrer, der den Weg über die gesamten 240 km bis zum Tanken quasi frei macht, kann also eine Prämie von bis zu 6 Minuten erhalten.
Dan Sanders unterstreicht, dass er aktuell der Schnellste unter den Dakar-Racern ist
Trotz der Zeitgutschriften für Mason Klein, Sebastian Bühler (Hero) und Skyler Howes (Husqvarna), die auf dieser dritten Etappe erstmals zur Anwendung kamen, war Daniel Sanders (GasGas) nicht zu stoppen und lag schon beim Tanktstopp auch nach Anrechnung der Boni in Führung. Nach 2 Stunden und 15 Minuten Fahrzeit führte der Australier mit 5 Sekunden Vorsprung auf den später gestürzten Brabec. Mason Klein, der als Erster gestartet war, kam mit 5:45 Minuten Rückstand auf den Etappenführer auf Platz 5 an, hat aber 5:52 an Prämien gesammelt bzw. damit den größten Teil seiner verlorenen Zeit wieder "aufgeholt" und lag nur noch 7 Sekunden hinter dem Führenden. Ähnliches galt für Howes, der laut Uhr 2:29 hinter Sanders lag, aber dank 2:38 Bonifikationen nur 9 Sekunden verlor - so eng ging es schon lange auf keiner Etappe mehr her! Am Ende zeigte Sanders trotzdem eindrucksvoll, dass er aktuell der Schnellste unter den Dakar-Cracks ist und gewann die Etappe mit einem Vorsprung von 5:23 Minuten auf Kevin Benavides (KTM) und 6:19 vor Howes.
Matthias Walkner kämpfte sich mit Schmerzen als Tages-Elfter ins Etappenziel
Matthias Walkner kam nach seinem Sturz vom Vortag mit 16:39 Minuten Rückstand als 11. ins Ziel in Ha'il, Joan Barreda Bort, der nach seinem Missgeschick mit einem gebrochenen großen Zeh unterwegs ist, gar als Fünfter, 11:29 Minuten hinter Sanders. "Für mich war es natürlich ein spezieller Tag, ich wusste nicht wie und ob es mit dem verletzten Handgelenk funktionieren wird. In der Früh war es stark geschwollen aber mit Tapen und Einspritzen ging es dann besser als erwartet. Wenn man sich im Rennrhythmus befindet, bekommt man das einigermaßen hin. Ich habe vielleicht etwas zu verhalten begonnen und als Quintanilla an mir vorbeigegangen ist, habe ich versucht an ihm dran zu bleiben. Aber gerade in den steinigen Passagen, gegen Ende der Etappe, hatte ich ziemliche Schmerzen im Handgelenk, große Mühe den Lenker zu halten und mich richtig festgeklammert. Auf dem steinigen Untergrund fühle ich mich auch überhaupt nicht wohl auf dem Motorrad. Aber es ist noch ein langes Rennen und es kann sich noch viel tun", erzählte der Österreicher im Ziel - und fühlte mit dem ausgeschiedenen Brabec: "Für Ricky tut es mir extrem leid! Die Durchschnittsgeschwindigkeit war heute wieder 100 km/h, da genügt eine kleine Unachtsamkeit und du bist weg." Doch Walkner, der in der Gesamtwertung auf Platz neun liegt, nimmt auch Positives mit: "Es war wirklich eine wahnsinnig schöne Etappe. Genau diese Momente machen den Sport so einzigartig und sind der Grund warum ich ihn so gerne ausübe. Ich bin mir vorgekommen wie im Film Herr der Ringe und als ob wir gerade nach Mordor reinfahren würden. Mit den ganzen dunklen Wolken am Himmel war das eine total surreale Stimmung. Ich habe selten so etwas beeindruckendes gesehen und bin dankbar, dass ich das erleben darf auch wenn das Ergebnis nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht. Mehr ist unter diesen Umständen einfach gerade nicht möglich. Wir werden sehen wie es weitergeht."
Rang | Fahrer | Team | Zeit | Rückstand | Penalty | |
1 | (AUS) DANIEL SANDERS | RED BULL GASGAS FACTORY RACING | 14H 05' 38'' | 00H 02' 00'' | ||
2 | (USA) MASON KLEIN | BAS WORLD KTM RACING TEAM | 14H 09' 42'' | + 00H 04' 04'' | 00H 02' 00'' | |
3 | (ARG) KEVIN BENAVIDES | RED BULL KTM FACTORY RACING | 14H 10' 31'' | + 00H 04' 53'' | 00H 01' 00'' | |
4 | (USA) SKYLER HOWES | HUSQVARNA FACTORY RACING | 14H 14' 13'' | + 00H 08' 35'' | ||
5 | (ESP) JOAN BARREDA BORT | MONSTER ENERGY JB TEAM | 14H 16' 15'' | + 00H 10' 37'' | 00H 01' 00'' | |
6 | (AUS) TOBY PRICE | RED BULL KTM FACTORY RACING | 14H 16' 38'' | + 00H 11' 00'' | ||
7 | (CHL) PABLO QUINTANILLA | MONSTER ENERGY HONDA TEAM | 14H 22' 34'' | + 00H 16' 56'' | 00H 02' 00'' | |
8 | (FRA) ADRIEN VAN BEVEREN | MONSTER ENERGY HONDA TEAM | 14H 27' 08'' | + 00H 21' 30'' | ||
9 | (AUT) MATTHIAS WALKNER | RED BULL KTM FACTORY RACING | 14H 27' 40'' | + 00H 22' 02'' | ||
10 | (BWA) ROSS BRANCH | HERO MOTOSPORTS TEAM RALLY | 14H 29' 20'' | + 00H 23' 42'' |
Bericht vom 03.01.2023 | 13.719 Aufrufe