Für den Titelverteidiger ist die Rallye Dakar schon vorbei!

Sunderland stürzte schwer, Walkner leistete Erste Hilfe

Die Dakar forderte gleich auf der ersten Etappe ihr erstes prominentes Opfer. Für den zweimaligen Sieger und Titelverteidiger Sam Sunderland (GasGas), der nach einem Sturz mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht werden musste, ist die diesjährige Auflage der härtesten Rallye der Welt bereits vorbei. Matthias Walkner (KTM) leistete erste Hilfe und wird dafür voraussichtlich eine Zeitgutschrift von 10 bis 15 Minuten erhalten. Erster Führender ist Honda-Pilot Ricky Brabec.

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Matthias Walkner sah einen seiner besten Freunde fast regungslos am Boden liegen

Nach nur 52 Kilometern war das Unternehmen Titelverteidigung für Sam Sunderland vorbei. Der Brite, der Dakar 2017 und 2022 gewinnen konnte, kam bei hohem Tempo zu Sturz und zog sich nach ersten Diagnosen einen Schulterbruch und eine Gehirnerschütterung zu. Matthias Walkner, der eine Minuten hinter Sunderland ins Rennen gegangen war, kam als erster zur Unfallstelle und leistete erste Hilfe, bis der Rettungshubschrauber am Unfallort landete. "Er hat sich nicht viel bewegt. Es war ein schwieriger Moment für mich, mit anzusehen wie das Rennen für ihn endet, er ist seit Jahren einer meiner best Buddies in der Szene. Ich weiß, wie hart er sich das ganze Jahr vorbereitet hat und dann ist das Abenteuer Dakar nach knapp 60 Kilometer vorbei. Aber so ist das Rennfahren und so ist die Dakar. Ich hätte mir natürlich einen anderen Start in diese Rallye gewünscht, vor allem für ihn", erzählte der sichtlich geschockte Österreicher.

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Danach war es für den Österreicher nicht einfach, den Rhythmus zu finden

Für den es danach nicht einfach gewesen ist, wieder in den Rennrhythmus zu finden. Zumal die anderen Top-Fahrer schon weg waren, er sein eigenes Tempo finden musste. "Es war sehr schwer zum Einschätzen, wo ich damit liege. Ich habe versucht den ganzen Tag über ein gutes Tempo zu fahren und nicht übermäßig viel zu riskieren. Es war ein ziemlich anstrengender Tag für mich und ich merke, dass ich schon lange kein Rennen mehr gefahren bin. Aber bei einer Rallye Dakar sollte am Ende des Tages sowieso alles weh tun, zwicken und zach sein. Darum geht es ja bei der ganzen Sache", schmunzelt Walkner, der mit 18:17 Minuten Rückstand auf Tagessieger Sanders als 22. das Ziel im "Sea Camp" erreichte, aber mit der zu erwartenden Zeitgutschrift in die Top Ten rutschen sollte.

Mason Klein gab lange den Ton an, verspielte aber im Finish den Tagessieg

An der Spitze ging es heiß her, wurde von Beginn an ordentlich Tempo gemacht. Und das, obwohl sich die Auftakt-Etappe anspruchsvoller präsentierte, als allgemein erwartet. Wobei lange Zeit der Amerikaner Mason Klein den Ton angab. Aber bei der Dakar ist selbst eine nahezu fehlerfreie Leistung keine Garantie für einen Sieg oder einen Platz auf dem Podium, wenn die Dinge auf der Zielgeraden aus dem Ruder laufen, wie Mason Klein heute zu seinem großen Leidwesen feststellen musste. Der Amerikaner, der das Rennen am vorletzten Kontrollpunkt nach 277 Kilometer anführte, ließ sich den Tagessieg noch durch die Lappen gehen, als Daniel Sanders die Etappe für sich entschied. Hinter dem Mann aus Down Under folgten die drei Hondas von Pablo Quintanilla, Ricky Brabec und Joan Barreda Bort, während Klein mit 54 Sekunden Rückstand auf den fünften Platz zurückfiel. Da allerdings Sanders (3 Minuten), Quintanilla (2 Minuten) und Barreda Bort (1 Minuten) nachträglich Zeitstrafen kassierten, ist Ricky Brabec, Dakar-Sieger 2020, nach der ersten Etappe in Führung.

Rallye Dakar 2023 - Zwischenstand nach der 1. Etappe

PlatzFahrerTeamZeitRückstandPenalty
1(USA) RICKY BRABECMONSTER ENERGY HONDA TEAM04H 14' 10''
2(ARG) KEVIN BENAVIDESRED BULL KTM FACTORY RACING04H 14' 29''+ 00H 00' 19''
3(AUS) TOBY PRICERED BULL KTM FACTORY RACING04H 14' 49''+ 00H 00' 39''
4(ESP) JOAN BARREDA BORTMONSTER ENERGY JB TEAM04H 14' 55''+ 00H 00' 45''00H 01' 00''
5(AUS) DANIEL SANDERSRED BULL GASGAS FACTORY RACING04H 14' 55''+ 00H 00' 45''00H 02' 00''
6(USA) MASON KLEINBAS WORLD KTM RACING TEAM04H 15' 24''+ 00H 01' 14''
7(CHL) PABLO QUINTANILLAMONSTER ENERGY HONDA TEAM04H 16' 17''+ 00H 02' 07''00H 02' 00''
8(FRA) ADRIEN VAN BEVERENMONSTER ENERGY HONDA TEAM04H 18' 27''+ 00H 04' 17''
9(USA) SKYLER HOWESHUSQVARNA FACTORY RACING04H 19' 22''+ 00H 05' 12''
10(PRT) JOAQUIM RODRIGUESHERO MOTOSPORTS TEAM RALLY04H 21' 20''+ 00H 07' 10''

*Stand 14.20 Uhr

Bericht vom 01.01.2023 | 13.449 Aufrufe

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