Rallye Dakar 2021 - die 6. Etappe
Die Dakar bleibt spannend, Joan Barreda holt den Etappen-Sieg
Die Positionen sind knapp vor der Hälfte der Rallye Dakar 2021, wie im Vorjahr auch heuer wieder in Saudi Arabien ausgetragen, immer noch nicht klar besetzt - unzählige Fahrer präsentieren sich unglaublich stark und machen wiederum arge Patzer, weshalb die Dakar 2021 spannend bleibt wie selten zuvor. Gut für uns Zuschauer, jedoch eine arge Belastung für die Fahrer. Die 6. Etappe entschied Joan Barreda auf Honda für sich, in der Gesamtwertung setzt sich der KTM-Pilot Toby Price an die Spitze!
Die Verantwortlichen der diesjährigen Dakar nehmen löblicherweise die Teilnehmer ernst, aufgrund der Schwierigkeiten einer beträchtlichen Anzahl von Fahrern am Ende der 5. Etappe wurde beschlossen, den Start aus Al Qaisumah um 1 1/2 Stunden nach hinten zu verschieben. Als Resultat wurde auch die gewertete Strecke der 6. Etappe um rund hundert Kilometer verkürzt, damit ein wenig Brisanz aus der Sache genommen wird - was übrig bleibt, ist immer noch schwierig genug, denn heute mussten sich die Fahrer mit einer Menge Sand und Dünen auseinandersetzen. Obwohl die Navigationsfähigkeiten für das Ergebnis dieser Wertungsprüfung wieder eine entscheidende Rolle spielen sollte, werden auch die körperlichen Fähigkeiten der Fahrer auf eine harte Probe gestellt. Danach werden sie den Ruhetag, der in Ha'il stattfinden wird, dringend brauchen.
Die Dakar 2021 - geprägt von herausragenden Leistungen und vielen Fehlern
Ein gutes Beispiel für das ständige Auf und Ab bei dieser Dakar ist abgesehen von unserem Matthias Walkner auf KTM, der ja bereits auf der zweiten Etappe wegen eines Defekts die Chancen auf einen Sieg verspielt hat (obwohl, wer weiß das schon bei dieser Dakar…) auch der Honda-Pilot Kevin Benavides. Der Argentinier brach sich bei einem Sturz gestern zwar die Nase, kletterte danach aber trotzdem an die Spitze der Gesamtwertung.
Toby Price auf KTM geht sofort in Führung
Bei der heutigen 6. Etappe zog jedenfalls der Australier Toby Price auf KTM das Tempo an und führte beim ersten Wegpunkt nach 48 Kilometern vorläufig die Etappe an. Nach knapp 100 Kilometern schlug der Spanier Joan Barreda aber wieder mal mit seiner Honda zu und führte die Etappe bei der zweiten Wertungsprüfung an. Allerdings sollte der Vorsprung nicht lange halten, bereits nach 158 Kilometern übernahm wieder Price die Führung vor Barreda, dem Vorjahressieger Ricky Brabec (USA) auf Honda und Ross Branch aus Botswana auf seiner Yamaha - über ein zu wenig gemischtes Feld kann sich bei dieser Dakar bestimmt niemand beschweren.
Schlagabtausch deluxe bei der Dakar 2021
Nach 202 Kilometern hat Barreda allerdings die Führung von Price wieder zurückerobert und gleich ein zusätzliches Minütchen herausgefahren. Allerdings kein allzu bequemer Polster, denn knapp dahinter lauerten auch schon Brabec, Daniel Sanders (Australien) auf KTM und Ross Branch auf ihre Chance. Somit war es auch 100 Kilometer vor Etappenende immer noch höchst spannend, keiner der Spitzenreiter hat es geschafft, sich entscheidend von der Meute abzusetzen. Joan Barreda lag immer noch vorne, sein Vorsprung vor dem Rookie Sanders, Ross Branch und seinem Teamkollegen Ricky Brabec war so gering, dass wieder der kleinste Fehler über Sieg oder Niederlage entscheiden konnte.
Walkner stark, Barreda stärker, Price insgesamt am stärksten
Und auch Matthias Walkner bewies seinen Kampfgeist, indem er sich zeitweise sogar an die zweite Position vorarbeitete und vorerst schien es so, als wäre nur Ross Branch noch schneller unterwegs gewesen. Da wurde aber die Rechnung ohne Barreda, Sanders und Brabec gemacht, denn am Ende holte sich Barreda den Tagessieg vor Branch und Sanders. Dicht gefolgt von Ricky Brabec, der in der Gesamtwertung als 13. immer noch eine untergeordnete Rolle spielt, ebenso wie der Etappen-Fünfte Walkner als 22. der Gesamtwertung. Als Siebenter beendete Toby Price die 6. Etappe, doch das reicht für den Australier auf KTM, um wieder die Gesamtwertung an sich zu reißen, gefolgt von den beiden Honda-Piloten Benavides und dem Chilenen Jose Igancio Cornejo Florimo. Vierter ist Branch, gefolgt vom Franzosen Xavier de Soultrait auf Husqvarna.
Etappe 6
Position | Startnummer | Fahrer | Team | Time/Gap |
1 | 88 | (ESP) JOAN BARREDA BORT | MONSTER ENERGY HONDA TEAM 2021 | 03H 45' 27'' |
2 | 18 | (BWA) ROSS BRANCH | MONSTER ENERGY YAMAHA RALLY TEAM | 00H 00' 13'' |
3 | 21 | (AUS) DANIEL SANDERS | KTM FACTORY TEAM | 00H 00' 53'' |
4 | 1 | (USA) RICKY BRABEC | MONSTER ENERGY HONDA TEAM 2021 | 00H 02' 24'' |
5 | 52 | (AUT) MATTHIAS WALKNER | RED BULL KTM FACTORY TEAM | 00H 03' 14'' |
6 | 42 | (FRA) ADRIEN VAN BEVEREN | MONSTER ENERGY YAMAHA RALLY TEAM | 00H 03' 33'' |
7 | 3 | (AUS) TOBY PRICE | RED BULL KTM FACTORY TEAM | 00H 03' 54'' |
8 | 27 | (PRT) JOAQUIM RODRIGUES | HERO MOTOSPORTS TEAM RALLY | 00H 04' 35'' |
9 | 5 | (GBR) SAM SUNDERLAND | RED BULL KTM FACTORY TEAM | 00H 05' 54'' |
10 | 2 | (CHL) PABLO QUINTANILLA | ROCKSTAR ENERGY HUSQVARNA FACTORY RACING | 00H 06' 28'' |
Zwischenstand nach Etappe Nummer 6
Position | Startnummer | Fahrer | Team | Time/Gap | Zeitstrafe |
1 | 4 | (CHL) JOSE IGNACIO CORNEJO FLORIMO | MONSTER ENERGY HONDA TEAM 2021 | 28H 51' 31'' | |
2 | 3 | (AUS) TOBY PRICE | RED BULL KTM FACTORY TEAM | 00H 00' 01'' | |
3 | 5 | (GBR) SAM SUNDERLAND | RED BULL KTM FACTORY TEAM | 00H 02' 11'' | |
4 | 12 | (FRA) XAVIER DE SOULTRAIT | HT RALLY RAID HUSQVARNA RACING | 00H 02' 34'' | |
5 | 47 | (ARG) KEVIN BENAVIDES | MONSTER ENERGY HONDA TEAM 2021 | 00H 07' 29'' | 00H 02' 00'' |
6 | 88 | (ESP) JOAN BARREDA BORT | MONSTER ENERGY HONDA TEAM 2021 | 00H 10' 18'' | |
7 | 9 | (USA) SKYLER HOWES | BAS DAKAR KTM RACING TEAM | 00H 12' 27'' | 00H 06' 00'' |
8 | 1 | (USA) RICKY BRABEC | MONSTER ENERGY HONDA TEAM 2021 | 00H 14' 52'' | |
9 | 21 | (AUS) DANIEL SANDERS | KTM FACTORY TEAM | 00H 16' 11'' | 00H 07' 00'' |
10 | 77 | (ARG) LUCIANO BENAVIDES | ROCKSTAR ENERGY HUSQVARNA FACTORY RACING | 00H 17' 07'' | 00H 01' 00'' |
Bericht vom 08.01.2021 | 7.972 Aufrufe