RB Romaniacs Tag 2
Ein Kräftemessen der internationalen Enduro-Elite in Sibiu, Rumänien.
![]() |
|
Red Bull Romaniacs Offroad Tag 2 |
|
Die Red Bull Romaniacs offenbart ihre volle Härte! Wade Young kämpB sich nach vorne, Jonny Walker geht ins Wasser, Graham Jarvis holt sich den Tagessieg. | |
Sibiu,
Rumänien,
17.
Juli
2014:
Am
zweiten
von
vier
Offroad-Renntagen
serviert
Veranstalter
Martin
Freinademetz
den
350
Startern
aus
35
Nationen
wie
angekündigt
ein
extra
deftiges
Menü.
Der
erst
18-jährige
südafrikanische
Shooting-Star
Wade
Young
(RSA,
Husqvarna)
legte
heute
eine
enorme
Talentprobe
in
die
rumänische
Wildnis
und
konnte
sogar
Topfahrer
wie
Jonny
Walker
(UK,
KTM)
und
Graham
Jarvis
(UK,
Husqvarna)
zeitweise
in
Schach
halten.
Der zweite Offroad-Renntag begann malerisch - mit einem Start in den Bergen, oberhalb der Wolkendecke! Auf der anstehenden Strecke ins Etappenziel in Voineasa erwartete die Teilnehmer heute eine hohe Dichte an extrem schwierigen Geländeabschnitten mit vielen steilen Auf- und Abfahrten. Nur die Starter der Silver-Klasse konnten nach ihrem gestrigen, enorm selektiven Tag auf etwas Milde hoffen. In Erwartung einer ordentlichen Schinderei legten sich die Topfahrer allesamt auf dieselbe Strategie fest: unbeschadet durch den Tag kommen und möglichst nicht das Motorrad zerstören! Viele der heute im Programm stehenden Abschnitte galten 2010 noch als völlig "unfahrbar" - ein deutliches Indiz für die enorme Niveausteigerung der Extrem-Enduro Szene in den letzten Jahren. Wie erwartet kam es für die Fahrer der Gold-Klasse schon kurz nach dem Start knüppeldick: Red Bull Romaniacs Streckenchef Klaus Sorensen kredenzte eine unfassbar schwere Herausforderung nach der anderen. Die Highlights an Tag 2: der Streckenabschnitt "10A" noch vor dem Servicepunkt, und die "Never Ending Story" in der zweiten Tageshälfte. Graham Jarvis auf die Frage, wie ihm die Sektion "10A" denn gefallen hätte: "Macht ihr Witze? Ich kenne niemanden, dem diese Sektion gefallen würde!" Jonny Walker beschrieb dieselbe Stelle so: "Sehr hart! Die Abfahrt ist extrem steil und sehr schwierig zu fahren. Ich habe nur versucht, das Bike zu schonen - was mir nur teilweise gelang." |
|
![]() |
|
Viele
der
Spitzenfahrer
durften
bereits
vor
dem
Erreichen
des
Servicepunktes
gegen
9:00
Uhr
Ortszeit
einige
relativ
harte
Stürze
verzeichnen,
und
auch
nach
der
(Zwangs-)Erholungspause
ging
das
Martyrium
weiter.
Vorsichtiges
Taktieren
war
bei
den
Topfahrern
allerdings
nicht
drinnen
- zu
groß
ist
die
Konkurrenz
in
der
Gold-Klasse,
daher
blieb
der
Speed
auch
während
der
kompletten
133km
Offroad-Distanz
sehr
hoch
und
mehrere
Fahrer
wechselten
sich
an
der
Spitze
ab.
Jonny
Walker
führte
das
Feld
durch
den
Morgen,
gefolgt
von
Graham
Jarvis,
Wade
Young,
Paul
Bolton und
Andreas
Lettenbichler.
Nach
Checkpoint
4
übernahm
dann
Young
die
Führung
von
Walker,
der
dazu
später
sagte:
"Ich
nahm
bei
einer
der
Flußdurchquerungen
ein
unfreiwilliges
Bad
und
verlor
ganze
5
Minuten.
Ich
musste
meine
KTM
auf
den
Kopf
stellen
und
die
Zündkerze
wechseln...damit
war's
vorbei
mit
der
Führung."
Die
zweite
Tageshälfte
stand
dann
im
Zeichen
von
Graham
Jarvis,
der
sein
Können
und
seine
enorme
Erfahrung
erfolgreich
in
die
Waagschale
legte.
Generell könnte der zweite Renntag auch als "Badetag" bei der Red Bull Romaniacs 2014 durchgehen. Neben Walker erfrischte sich auch Österreichs Topfahrer Lars Enöckl in den Fluten und musste sein Bike ebenfalls trockenlegen. Enöckl verdiente sich später im Servicepunkt den Titel "Sportsman of the Day" - als er und sein Mechaniker dem ebenfalls gestürzten Paul Bolton beim Reparieren seines Bikes halfen und Enöckl Bolton auch noch sein Reserve-GPS für den Rest des Tages zur Verfügung stellte. Wade Young hat bei seinem erst zweiten Antritt bei der Red Bull Romaniacs eindeutig seinen Rhythmus gefunden und aus den Erfahrungen des letzten Jahres gelernt. Der extrem talentierte Teenager aus Südafrika konnte bereits im Alter von 16 Jahren (!) die legendäre Roof of Africa Hardenduro-Rallye in Lesotho gewinnen und schien heute am besten mit der selektiven Strecke zurecht zu kommen. Young ging heute als 6ter ins Rennen und übernahm vor dem Servicepunkt sogar die Führung. In einigen Hardcore-Passagen fuhr Wade sogar schneller als Top-Favorit Graham Jarvis, der bekanntlich als Meister aller Schwierigkeiten gilt. Deutschlands erfolgreichster Extrem-Enduro-Sportler Andreas Lettenbichler zollte Young ebenfalls Respekt - während sich "Letti" an manchen Stellen gehörig auspowerte, trug der Südafrikaner sein Moped einfach durch die schlimmsten Passagen! Am Ende des Tages belegte Young den hervorragenden dritten Tagesrang. |
|
![]() |
|
Graham
Jarvis
schien
heute
einen
"geheimen
siebten
Gang"
bei
seiner
Zweitakt-Husqvarna
gefunden
hat.
Der
4-fache
Red
Bull
Romaniacs
Champion
konnte
heute
vor
allem
in
den
High-Speed
Sektionen
Zeit
gut
machen
- ansonsten
eher
nicht
das
Lieblingsterrain
des
trialerfahrenen
Briten.
Nach
dem
Servicepunkt
drehte
Jarvis
so
richtig
am
Gas
und
ging
in
Sektionen
wie
"The
Beast",
dem
High-Speed
Abschnitt
"A8"
und
der
gefürchteten
"Never
Ending
Story"
voll
zur
Sache.
Mit
dieser
gewaltigen
Performance
sicherte
sich
Jarvis
den
Tagessieg
und
konnte
in
der
Zwischenwertung
weiter
auf
den
Führenden
Jonny
Walker
auqolen.
"Geschwindigkeitstechnisch
habe
ich
heute
meine
Komfortzone
verlassen.
Jonny
fährt
ein
eindrucksvolles
Rennen,
um
ihn
einzuholen
muss
ich
volles
Risiko
gehen.",
meinte
Jarvis
im
Ziel.
Cory Graffunder, US-Endurocross-Star und Ersatzfahrer für den verletzten Alfredo Gomez, blieb auch heute beeindruckend bei seiner ersten Red Bull Romaniacs. Sowohl der Rallye-Modus mit GPS-Naviga8on als auch das Terrain der rumänischen Karpaten sind für den sympathischen Kanadier Neuland - und trotzdem kam Graffunder an 10. Stelle entspannt und ohne nennenswerte Blessuren ins Ziel. Der Husqvarna-Pilot fuhr heute stellenweise im Team mit Lars Enöckl, um sich bei den härtesten Abschnitten gegenseitig zu unterstützen. "Ich bin froh, die vielen extremen Sektionen in einem Stück überstanden zu haben. Ich mußte aber einige Male im Wald Pause machen, der Tag war sehr anstrengend.", sagte Cory im Finish. Nachdem die Silver-Klasse gestern einen besonders kernigen Einstieg in die Red Bull Romaniacs 2014 erleben durfte, ging es für die 165 Starter heute über 120 etwas gemässigtere Kilometer ins Etappenziel nach Voineasa. Die ersten Teilnehmer trafen daher bereits 20 Minuten vor der geschätzten Tageszeit im Ziel ein und einige Fahrer beschrieben die Tagesstrecke sogar als "zu leicht". Streckenchef Klaus Sorensen sorgte aber umgehend für Ernüchterung - als er den Silver-Startern einen kurzen Ausblick auf die Herausforderungen des morgigen dritten Offroad-Renntages gab... |
|
![]() |
|
"Working
Class
Hero"
Paul
Bolton
kam
heute
mit
einer
knappen
Stunde
Verspätung
auf
die
Spitze
als
5ter
ins
Ziel.
Trotz
beeindruckender
Fitness,
enormer
Entschlossenheit
und
ordentlichem
Speed
musste
sich
der
Brite
erneut
mit
einigen
Stürzen
und
Problemen
quälen.
Bereits
vor
dem
Servicepunkt
hatte
Bolton
zwei
massive
Stürze
zu
verzeichnen:
beim
ersten
Crash
gingen
der
Lüfter
und
der
E-Starter
an
Paul's
KTM
zu
Bruch,
beim
Zweiten
verabschiedete
sich
das
GPS-Gerät,
als
das
Bike
in
eine
Schlucht
fiel.
"Aus
irgendeinem
Grund
dürfte
ich
es
mir
selber
gerne
schwer
machen.",
meinte
Bolton
nach
dem
Rennen.
Chris Birch, der Red Bull Romaniacs Sieger von 2010, hatte einen ähnlichen Abstieg zu verzeichnen. Als er sich von der Hartware trennte, versuchte der Neuseeländer noch sein Motorrad nach rechts zu dirigieren - aber: "Meine KTM hatte ihren eigenen Kopf und schoß unkontrolliert nach links, in einen Abgrund aus dem ich beinahe nicht mehr herausgekommen wäre." |
|
|
|
Interessante Links: |
Text: 1000ps |
Autor
Bericht vom 18.07.2014 | 4.813 Aufrufe