Suzuki V-Strom 1050DE Dauertestabschluss 2023
Die zuverlässige Suzuki mit SW-Motech- und MIZU-Tuning
Keine Reparaturen, keine Ausfälle, keine Unannehmlichkeiten mit unserer Dauertest-Suzuki V-Strom 1050DE - das war ja auch zu erwarten. Doch was macht die fesche Reiseenduro eigentlich so beliebt?
Die V-Strom ist auch als 1050DE mit großem 21 Zoll-Vorderrad eine richtig umgängliche und angenehme Reisebegleiterin, die auf längeren Etappen ihre Souveränität ausspielen kann. Das hat sie im Vergleich mit der kleineren Schwester V-Strom 800DE gezeigt, im Vergleich mit ihrer Zwillingsschwester V-Strom 1050 und auf unzähligen Touren, für die sie nun mal von zahlreichen Kollegen besonders gerne gewählt wurde, obwohl der Fuhrpark heuer wieder richtig gut besetzt war. Die Beliebtheit der Suzuki V-Strom 1050DE hat mehrere Gründe…
1. Grund: Der V2-Motor der Suzuki V-Strom 1050DE
Der Trend heutzutage geht (vorrangig aus Kostengründen) immer mehr in Richtung Reihen- statt V-Zweizylinder, Suzuki selbst verbaut bei der V-Strom 800 und 800DE einen Parallel-Zweier. Wer also einen guten und mächtigen V-Zweizylinder mit rund 1000 Kubik in einer Reiseenduro sucht, muss schon richtig suchen. Und findet in der Suzuki V-Strom 1050DE einen V2, der genau die Anforderungen erfüllt, die an solch einen Motor gestellt werden. Aus 1037 Kubik schöpft der 90 Grad-V2 107 PS bei 8700 Umdrehungen und ordentliche 100 Newtonmeter Drehmoment bei 6000 Touren. Werte, die uns bei mittlerweile 180 PS und 149 Newtonmeter in Adventure-Bikes natürlich nicht vom Hocker hauen, allerdings zusammen mit dem neu abgestimmten Ride-by-Wire für eine herrlich angenehme Motorcharakteristik und einen feinen Sound samt den passenden Vibrationen sorgen.
2. Grund: Die Souveränität der Suzuki V-Strom 1050DE
Es war kein Zufall, dass die Suzuki so oft und so viel im Einsatz war - Hauptgrund war gewiss nicht, dass sie wegen ihres niedrigen Gewichts so schnell aus dem prall gefüllten 1000PS-Hof manövriert werden konnte. Denn mit 254 Kilo (auf unserer Viehwaage gemessen) ist die V-Strom 1050DE definitiv kein Leichtgewicht und vor allem beim Rangieren mit ihren 880 Millimeter Sitzhöhe in Serie eine vergleichsweise hohe Fuhre. Deshalb haben wir, um allen Redakteuren die Möglichkeit zu geben, die Suzi fahren zu können, einen MIZU-Tieferlegungssatz verbaut, dazu aber mehr in einem späteren Absatz. Erst einmal in Fahrt lässt sich die V-Strom 1050DE ohnehin erstaunlich handlich und agil bewegen. Da bleibt alles stabil, da wirkt nichts unnötig nervös - souveräne Gelassenheit statt übertriebene Sportlichkeit lautet das Motto.
3. Grund: Die Optik der Suzuki V-Strom 1050DE
Die Optik der V-Strom 1050DE ist zwar nicht völlig neu, durch ihre Retro-Elemente an der Front, ihre auffällige Lackierung und nicht zuletzt wegen ihres großen 21 Zoll-Vorderrads sieht die große V-Strom aber richtig cool aus. Allerdings geht die Coolness auch nur so weit, wie es die Funktionalität und die Ergonomie erlauben. Eine Suzuki V-Strom muss in erster Linie funktionieren - und das tut sie ja auch. Also sitzt man auf der 1050DE auch auf langen Etappen gemütlich und aufrecht und hat einen angemessen guten Windschutz. Dass der Windschild kleiner ist als jener auf der normalen V-Strom 1050 mit 19 Zoll-Vorderrad ist vielleicht noch verschmerzbar, die DE soll ja mehr Offroad (können) und da ist ein niedrigeres Windschild durchaus üblich. Dass dieses kleinere Windschild aber nicht einmal verstellbar ist, mutet schon seltsam an - aber auch dazu mehr weiter unten, wenn es darum geht, was uns auf der Suzuki V-Strom 1050DE im Dauertest nicht so gut gefallen hat.
4. Grund: Der Preis der Suzuki V-Strom 1050DE
Ein noch so gutes Motorrad ist am Ende des Tages auch nur so gut, wie das Preisschild, das daran hängt. Und genau da kann die Suzuki V-Strom 1050DE ordentlich punkten - Preise können die Strategen bei Suzuki nach wie vor gut berechnen. Denn die Ausstattung ist zwar überschaubar, aber komplett und die Performance eben ausgewogen - wofür knapp 17.500 Euro in Österreich, 15.800 Euro in Deutschland und 16.500 Franken in der Schweiz durchaus angemessen sind. Vor allem hat die Suzi Charisma und dank ihrem V2-Motor eine Seele - Dinge, die viele Fans auf einem Motorrad niemals missen wollen!
5. Grund: Das SW-Motech DUSC-Koffersystem auf der Suzuki V-Strom 1050DE
So gut sich die Suzuki V-Strom 1050DE also für längere Etappen eignet, so sinnvoll ist daher auch ein ordentliches Gepäcksystem. Wir haben uns für das DUSC-Kofferset von SW-Motech entschieden - zum einen, weil es optisch sehr gut zur V-Strom 1050DE passt, zum anderen, weil wir natürlich das völlig neue System von SW-Motech ausprobieren wollten. Insgesamt ist es erwartungsgemäß ein qualitativ sehr hochwertiges Set, das mit praktischen Features nicht geizt. Besonders fein ist, dass die, in zwei Größen (33 und 41 Liter) verfügbaren Koffer jeweils auch als Topcase nutzbar sind und umgekehrt. Sind also wie auf unserer V-Strom 1050DE (auspuffbedingt) zwei unterschiedlich große Koffer im Set, so kann mit einem passenden Rack jeden der beiden Koffer auch als Topcase nutzen. Wer einen Helm transportieren oder sicher aufbewahren will, nimmt den DUSC L, wer nicht so viel Stauraum braucht, nimmt den weniger hoch bauenden DUSC M. Wer mehr über das DUSC-Koffersystem wissen will, geht am besten auf dem Bericht zum SW-Motech DUSC-Kofferset.
6. Grund: Die MIZU-Tieferlegung auf der Suzuki V-Strom 1050DE
Damit unsere Dauertest-V-Strom 1050DE mit ihrer vergleichsweise doch recht hohen Sitzhöhe von 880 Millimeter auch wirklich von allen Redakteuren erklommen werden kann, haben wir ihr kurzerhand einen MIZU- Tieferlegungskit bei MB Bike Performance einbauen lassen. Der Einbau an sich ist grundsätzlich sehr einfach und auch von jedem, der schon mal etwas angeschraubt hat, zu bewerkstelligen, die Maschine muss nur aufgebockt werden, damit das Hinterrad entlastet wird - optimal mit dem Hauptständer, den die Suzi besitzt. Damit sinkt die Sitzhöhe mehr als 30 Millimeter ab und die V-Strom 1050DE wird sogar niedriger als ihre straßenorientiertere Schwester V-Strom 1050 mit 850 Millimeter Sitzhöhe. Preis und nähere Infos gibt´s direkt im Bericht zum MIZU-Tieferlegungssatz.
Was uns an der Suzuki V-Strom 1050DE im Dauertest nicht so gut gefallen hat:
Einige Tester haben im Protokoll vermerkt, dass die Federwege für echtes Offroaden mit 170 Millimeter vorne und 169 Millimeter hinten zu wenig sind. Ja, das mag stimmen. Wer aber nicht wirklich in hartes Gelände möchte, sondern nur auf Schotterwegen mit gelegentlichem Geröll und Schlaglöchern unterwegs ist, wird mit der Suzi trotz ihres höheren Gewichts eine passende Partnerin finden. Natürlich kann man sich fragen, wozu es dann das große 21 Zoll-Vorderrad braucht, bei dem relativ geringen Aufpreis kann man die Mehrkosten aber schon alleine der besseren Optik zusprechen. Auch das öfters erwähnte Fehlen der Heizgriffe ist im Falle der V-Strom 1050DE verschmerzbar. Immerhin haben auch viele, teurere Reiseenduros dieses Feature nicht serienmäßig dabei, auf der Suzuki gibt es sie wenigstens als Zubehör. Schließlich kann man, wie bereits zuvor erwähnt, auch das Windschild bemängeln. Warum Suzuki gerade beim V-Strom 1050-Topmodell auf den (von außen ohnehin unpraktischen) Verstellmechanismus verzichtet, bleibt ein Rätsel. Wenigstens passen die Teile der herkömmlichen V-Strom 1050 ohne Probleme auf die DE-Version. Viel mehr gibt es allerdings nun auch nicht mehr zu bekritteln, die Suzuki V-Strom 1050DE ist eine gelungene Erweiterung der Baureihe um ein gelungenes Adventure-Bike in der typischen Retro-Optik das mit dem großen 21 Zoll-Vorderrad zwar mehr Gelände kann, wegen der nicht massiv erweiterten Federwege
Fazit: Suzuki V-Strom 1050DE 2023
Mit Überarbeitung bzw. Erweiterung der 1050er-Palette um das DE-Modell hat Suzuki nun für jeden die richtige, große V-Strom im Angebot. Wer von vornherein weiß, dass er fast nur auf der Straße bleiben wird, findet im Standard-Modell einen verlässlichen Reisebegleiter, wer sich aber bei der Auswahl an Wegen weniger einschränken und auch regelmäßig unbefestigtes Terrain befahren will, der findet in der DE nun eine gute Wahl. Die Maschine wirkt robust, ist einfach zu fahren und bietet einen hohen Langstreckenkomfort. Für ganz ernste Geländeeinsätze ist das Gewicht zu hoch und die Federwege sind zu gering. Das Hauptargument bleibt aber ohnehin wie beim Standard-Modell der herrliche Motor, der mit seinem satten Drehmoment kaum Wünsche offen lässt.
- durchzugstarker Motor
- einfaches aber hochwertiges Elektronikpaket mit intuitiver Bedienung
- gute Ergonomie sowohl sitzend als auch stehend
- toller Gravel-Mode
- Offroad-ABS
- ausgewogener Langstreckenkomfort
- robust, zäh und zuverlässig
- gelungene Retro-Optik
- angemessener Preis
- wirkt beim Rangieren groß und etwas unhandlich
- überdurchschnittliches Gewicht
- Federwege könnten größer sein