Klein übernimmt bei der Rallye Dakar - Walkner gestürzt!
Sebastian Bühler rast auf Schlussetappe auf den zweiten Tagesrang
Sei dir niemals sicher! Das gilt vor allem, was Platzierungen bei der Rallye Dakar angeht. Bis etwa 120 Kilometer vor dem Ziel der zweiten Etappe lag der Australier Daniel Sanders (GasGas) souverän in Front, am Ende aber wurde er noch auf Rang neun durchgereicht. Der Tagessieg ging an Mason Klein (KTM) vor dem im Finish immer schneller werdenden Deutschen Sebastian Bühler (Hero). Matthias Walkner kam bei 110 km/h zu Sturz, will aber unbedingt weiter fahren.
Sanders gab lange den Ton an – und "verbremste" sich dann ein wenig
"Es ist gut, zurück zu sein, besonders bei der Dakar", sagte Daniel Sanders, nachdem er schon auf der erste Etappe der Schnellste gewesen war, aufgrund eines Zeit-Penalties allerdings auf Rang fünf zurück versetzt wurde. Zur Erinnerung: Der Australier brach sich bei der Dakar 2022 in aussichtsreicher Position auf den Gesamtsieg liegend den Ellbogen und musste aufgeben. "Es folgten viele Operationen, also versuche ich es im Moment ruhig anzugehen. Es ist nicht immer perfekt, aber ich werde sehen, was ich tun kann, indem ich eine Etappe nach der anderen nehme", will es Sanders, der sein erstes Rennen seit dem bösen Sturz fährt, nun "taktischer" angehen. Dennoch war er auch gestern lange wieder der absolut Schnellste, ehe er am letzten Teilstück von Rang eins auf neun zurück fiel. Im Ziel gab Sanders zu, dass er auch deshalb langsamer geworden war, um die dritte Etappe morgen nicht eröffnen zu müssen ein wenig dürfte er sich dabei allerdings doch "verbremst" haben...
Tagessieg für Mason Klein frei, Sebastian Bühler unterstreicht seine Klasse
Den Tagessieg schnappte sich somit der US-Amerikaner Mason Klein vom BAS World KTM Racing Team, der dem Ziel in Alula förmlich entgegen flog. Einzig der Deutsche Sebastian Bühler (Hero), der heuer seine vierte Dakar fährt und im Vorjahr verletzt pausieren hatte müssen, war im letzten Abschnitt noch schneller als Klein. 2019 hatte Bühler als Privatfahrer debütiert und die Rallye als drittbester Rookie auf Rang 20 beendet, 2020 musste er auf der sechsten Etappe aufgeben, 2021 belegte er den ausgezeichneten 14. Gesamtrang. Ist er heuer bereit für den großen Wurf, um vielleicht sogar ums Podium mitzukämpfen? Die bisherige Performance des 26-jährigen, der für die indische Marke Hero fährt, unterstreichen jedenfalls seine Klasse.
Update: Walkner nach Sturz bei 110 km/h am Handgelenk verletzt
Klein setzte sich damit auch an die Spitze der Gesamtwertung, gefolgt vom Australier Toby Price (KTM) und dem Spanier Joan Barreda Bort (Honda). Dessen Teamkollege Ricky Brabec, Sieger der ersten Etappe, fiel in der Gesamtwertung auf Rang sechs zurück. Matthias Walkner verlor als Zehnter 4:06 Minuten auf Klein, liegt in der Gesamtwertung nun auf Rang neun. Auch weil er im Finish zu Sturz gekommen ist. "Das war vermutlich die gefährlichste Etappe die ich je bei einer Dakar gefahren bin. Über fast sechs Stunden darf man keinen Stein übersehen, sonst tut das richtig weh. 150 Kilometer vor dem Ziel ist mir dann genau das passiert, laut den ausgewerteten Airbag-Daten hatte ich 110 km/h als ich einen Stein übersehen habe. Ich bin ziemlich heftig in einen Steinhaufen gestürzt und habe mir dabei das Handgelenk verletzt. Zum Glück hatte ich den Airbag, der wohl viel schlimmeres verhindert hat. Alle Schutzengerl und Glücksbringer waren heute auf meiner Seite. Da das Handgelenk sehr stark schmerzt bin ich im Ziel sofort ins Krankenhaus zum Röntgen gefahren.", erzählte der Österreicher. Morgen will steht die dritte Etappe über 669 Kilometer (davon 447 auf Zeit) nach Ha'oö auf dem Programm, ob es für Walkner weiter geht, ist noch unsicher: "Ich habe neben den ganzen Abschürfungen, Hämatomen und Fleischwunden auch eine leichte knöcherne Absplitterung, die mir Sorgen bereitet. Die letzten 130 Kilometer bis ins Ziel waren sehr schmerzhaft, ich konnte zum Teil den Lenker nicht mehr halten und hab mich noch ins Ziel gerettet. Aufgrund der starken Schmerzen bin ich mir aktuell nicht sicher, ob ich weiter fahren kann. Ich werde die Nacht drüber schlafen und morgen früh entscheiden, ob ich morgen Früh am Start stehe. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht so einfach aufgebe, dafür hab ich mich zu intensiv darauf vorbereitet. Allerdings werde ich auch keine Dummheit riskieren. Ich werde jetzt alles Mögliche dran setzen, dass ich weitermachen kann, auch wenn das Bauchgefühl aktuell nicht so gut ist..."
Rallye Dakar 2023 - Zwischenstand nach der 2. Etappe
Platz | Fahrer | Team | Zeit | Rückstand | Penalty | |
1 | (USA) MASON KLEIN | BAS WORLD KTM RACING TEAM | 09H 38' 28'' | 00H 02' 00'' | ||
2 | (AUS) TOBY PRICE | RED BULL KTM FACTORY RACING | 09H 40' 09'' | + 00H 01' 41'' | ||
3 | (ESP) JOAN BARREDA BORT | MONSTER ENERGY JB TEAM | 09H 40' 31'' | + 00H 02' 03'' | 00H 01' 00'' | |
4 | (ARG) KEVIN BENAVIDES | RED BULL KTM FACTORY RACING | 09H 40' 53'' | + 00H 02' 25'' | 00H 01' 00'' | |
5 | (AUS) DANIEL SANDERS | RED BULL GASGAS FACTORY RACING | 09H 41' 23'' | + 00H 02' 55'' | 00H 02' 00'' | |
6 | (USA) RICKY BRABEC | MONSTER ENERGY HONDA TEAM | 09H 42' 49'' | + 00H 04' 21'' | ||
7 | (USA) SKYLER HOWES | HUSQVARNA FACTORY RACING | 09H 43' 39'' | + 00H 05' 11'' | ||
8 | (CHL) PABLO QUINTANILLA | MONSTER ENERGY HONDA TEAM | 09H 43' 44'' | + 00H 05' 16'' | 00H 02' 00'' | |
9 | (AUT) MATTHIAS WALKNER | RED BULL KTM FACTORY RACING | 09H 46' 46'' | + 00H 08' 18'' | ||
10 | (DEU) SEBASTIAN BÜHLER | HERO MOTOSPORTS TEAM RALLY | 09H 47' 02'' | + 00H 08' 34'' | 00H 01' 00'' |