SBK Donington
Bayliss: Katastrophales Geburtstagswochenende |
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Troy Bayliss sorgte im
Superpole-Qualifying am Samtag noch für staunende Gesichter. Der
Xerox-Ducati-Werkspilot und Titelverteidiger preschte in 1:30,3 um den
Kurs und hielt die Konkurrenz mehr als eine halbe Sekunde hinter sich.
Bayliss´ Superpole-Bestzeit war zudem schneller als die Superbike-Rekord
der Britischen Superbike-Meisterschaft, wo bei Honda mit offiziellen
HRC-Werks-Bikes gefahren wird, im Unterschied zur Superbike-WM vertrauen
dort jedoch ein Großteil der Piloten auf Dunlop-Reifen. Für Bayliss kam
am Sonntag die Ernüchterung. Zwei Tage nach seinem 38. Geburtstag warf
er die 999er Werks-Ducati in Rennen 1 in den Kies. Im Derbyshire Royal
Infirmary Krankenhaus wurde noch am Sonntagnachmittag eine Notoperation
am kleinen Finger der rechten Hand vorgenommen, den sich der Weltmeister
bei seinem Abflug in den Kies malträtiert hatte. Auch von einer
Hodenverletzung war am Sonntag Abend noch zu hören. |
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Biaggi: knapp an der WM-Führung vorbei |
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Alstare-Corona-Asse Max Biaggi
war der Gewinner von Donington, auch wenn der Italiener keines der
Rennen gewinnen konnte. "Ich bin froh über meine beiden Podestplätze,
aber etwas enttäuscht über den verpassten Sie in Durchgang zwei",
erklärte Biaggi, dem damit genau die fünf Punkte zu WM-Leader James
Toseland verloren gingen. "Es war ein großartiger Dreikampf mit Nori und
Troy Corser. Niemand konnte den Ausgang des Rennes vorhersagen. Ich
fühle mich in der Superbike-Szene sehr wohl. Es herrscht ein sehr
entspannter Umgang." Für Biaggi folgt nun mit dem Circuit Ricardo Tormo
von Valencia, wo am 15. April das nächste Meeting stattfindet, eine
seiner Lieblingspisten. Biaggi ließ dort bereits im November 2006 bei
seinen ersten offiziellen Tests mit der Bestzeit aufhorchen. |
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Lässige Duelle. Max Biaggi gegen das Yamaha Duo. In Lauf 1 wurde Biaggi 3. und lag damit genau zwischen den R1 Piloten, Lauf 2 gewann Nori Haga vor dem Suzuki Piloten Biaggi. |
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Kagayma und die rutschige Piste |
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Auch Biaggi-Teamkollege Yukio
Kagayama, kaum erst von seinem Abflug von Phillip Island genesen, stieg
am Freitag wild von der Corona-GSX-R und war für einige Minuten
bewusstlos. Der Japaner bekam daraufhin von den Ärzten wegen des
Schlages auf den Kopf vorsorglich für das restliche Wochenende
Startverbot. Die Piste von Donington ist bei Regen extrem tückisch und
zudem um einiges rutschiger, als andere Strecken. Der Grund: das Areal
befindet sich in der Einflugschneise des East-Midland-Airports und
bekommt einiges an Kerosin ab. |
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Historischer Sieg |
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Pierfrancesco Chili war in
Donington beim bis zu diesem Jahr letzten Superbike-WM-Meeting im Jahr
2001 der letzte Fahrer, der einen Superbike-WM-Lauf mit einer
750er-Maschine für sich entscheiden konnte. Chili war damals für das
Alstare-Corona-Suzuki-Team unterwegs. Seit diesem Meeting gab es in der
Superbike-WM nur noch Triumphe von 1000er-Motorräder. |
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Sturzorgie |
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In der Supersport-WM brachte der erste Trainingstag im Regen eine Sturzorgie, von der auch die Favoriten Kevin Curtain und Broc Parkes aus dem Yamaha-World-Racing-Team, genauso wie Weltmeister Sebastien Charpentier betroffen waren. Curtain erlitt einen Schlüsselbeinbruch, bei Charpentier war es ein Bänderriss. Bei Curtain und Parkes passierte der Crash jeweils im Bereich der Goddard-Passage. Wann die drei Supersportler wieder in das Geschehen eingreifen können, ist noch nicht geklärt. Die Yamaha-Asse Curtain und sein Teamkollege Parkes, dessen Verletzung sich später nur als Haarriss entpuppte, wollen jedoch schon in Valencia in zwei Wochen wieder mit von der Partie sein. Die Serie der heftigen Abflüge riss auch im Rennen nicht ab. Drei Runden vor Schluss prallte unter anderem Gergö Talmacsi nach Start-Ziel ungebremst in den Kies und riss zwei weitere Piloten mit, was einen Rennabbruch brachte. Den Sieg in der Klasse Supersport
holte sich der Honda CBR 600 RR Pilot Kenan Sofuoglu vor 4 weiteren
Honda Piloten. |
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Misano ist bereit |
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In der vergangenen Woche erfolgt
die Neueröffnung der Rennstrecke von Misano, wo am 2. September 2007
erstmals nach 1993 auch wieder die MotoGP-Asse zu Gast sein werden.
Misano ist damit wie Donington, Katar, Brünn, Valencia, Phillip Island
und Istanbul eine von sieben Pisten, die sowohl im MotoGP-, als auch auf
dem Superbike-WM-Kalender vertreten sind. Die Superbike-WM absolviert
das Misano-Meeting übrigens am 15. Juni. Die Strecke wurde 1972 erbaut
und über die Wintermonate nun völlig neu adaptiert und wird zudem ab
sofort in der entgegen gesetzten Richtung befahren. Die Piste misst nun
4180 Meter und ist somit um 120 Meter länger als vor dem Umbau. Das
Boxengebäude wurde völlig neu erbaut, das Mediacenter bietet 320
Journalistenplätze. Den Fans stehen 18 500 Tribünensitze zur Verfügung.
Insgesamt fast das Autodromo Santa Monica nun etwas mehr als 70 000
Zuschauer. Für den Motorrad-WM-Lauf sind bereits 16 000 Tickets
verkauft. Loris Reggiani hat die neue Strecke in Misano bereits
befahren. "Ich bin begeistert vom Layout der Piste", erklärte der
ehemalige 250er-Grand-Prix-Sieger. "Ich verstehe aber auch die Wehmut um
die ein oder andere geänderte traditionelle Passage. Aber es ist klar,
dass die Sicherheitsvorgaben eingehalten werden müssen." |
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Haga ist schon ein alter Fuchs |
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Noriyuki Haga zählt trotz seines
für Superbike-Asse geringen Alters von 32 Jahren bereits zu den längst
dienenden Piloten. Der Japaner erreichte in Donington mit dem vierten
Ran und dem Sieg in Durchgang 2 seine 150. Zielankunft in den
Punkterängen. Klarer Spitzenreiter ist in dieser Wertung sein
Yamaha-Italia-Teamkollege Troy Corser mit 216 Zielankünften in den
Punkten. Hinter dem zweifachen Weltmeister liegen Aaron Slight (2007),
Frankie Chili (191), King Carl Fogarty (190) und Colin Edwards (161). |
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Das Podium vom 2. Lauf: Max Biaggi, Nori Haga und Troy Corser |
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Ergebnis Superbike WM Lauf 2:
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Ergebnis Superbike WM Lauf 2:
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Junger Österreicher fährt FIM 1000 Superstock Cup |
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Die Superbike-Stars von morgen, üben in der Superstock WM auf ihren großen Einsatz. Mitten drinnen inmitten von vielen jungen internationalen Talenten fährt der Vorarlberger Rene Mähr. Seine Eindrücke vom Rennen: "Das Rennen hätte besser nicht beginnen können, ich erwischte einen super Start und konnte mich von Platz 16 starten sofort an die 9. Position setzen! Das Rennen wurde dann leider aufgrund eines Sturzes abgebrochen und neu gestartet. Beim Restart wurde ich dann leider in der ersten Kurve eingeklemmt und kam nur als 14. aus der 1. Runde zurück, ich konnte mich dann aber Stück für Stück nach Vorne arbeiten und wurde am Schluss nach einem sehr kurzen aber harten Rennen 10.. Ich konnte meine Zeit im Rennen noch einmal um 9 Zehntel auf eine Zeit von 1.35.5 drücken und bin damit sehr zufrieden!" |
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Bericht: Johannes Orasche |
Bericht vom 02.04.2007 | 3.917 Aufrufe