KTM 650 Adventure: Erlkönige von der neuen Mittelklasse gesichtet

790er light Version statt nagelneuen 490er Modellen

Es wurden Erlkönige neuer KTM Modelle geblitzt. Darunter auch eine 650 Adventure, die die Lücke zwischen 390er und 790er Modellen schließen soll. Hier sind alle Infos zur neuen Mittelklasse von KTM.

von Gregor am 03.12.2023

Seit 2017 bietet KTM mittlerweile Modelle mit dem LC8c genannten Reihenzweizylinder in der Mittelklasse an. Und bereits wenige Zeit später reifte in Mattighofen der Gedanke daran künftig, neben der gehobenen Mittelklasse, auch im Einsteigersegment Twins anzubieten und so ein lückenloses Motorangebot von 125 bis 1300ccm zu schaffen.

Neuer 490er Twin zu teuer - Verkleinerter 790er Motor kommt stattdessen

Die erste Idee zur Schließung dieser Lücke, was schon 2018 öffentlich angekündigt wurde, war ein komplett neuer Reihenzweizylinder, weshalb ein ca. 490ccm messender Motor bei Partner Bajaj in Indien entwickelt wurde, der dort auch gefertigt werden sollte. Doch für das anvisierte Preissegment und durch die zu hohe Komplexität der Neuentwicklung wurde es schwer das Projekt rentabel zu produzieren und der kleine Motor schlicht zu teuer. Trotz jahrelang stehender Pläne wurde Anfang des Jahres klargestellt, der 490er Motor wird trotz fertiger Entwicklung nicht auf den Markt kommen. Doch was füllt stattdessen die Lücke? Zuerst war noch von einem 690er Zweizylinder die Rede, doch nun tritt eine verkleinerte Version des Antriebs der jetzigen 790 Duke an dessen Stelle in der Modellplanung.

650er Motor in KTM 790 Adventure Schale - Neuer Erlkönig

Offensichtlichster Vorteil einer Wiederverwertung des bestehenden 790er Reihen-Zweizylinders ist die Nutzung vieler bestehender Teile und die dadurch geringeren Entwicklungskosten. Dies ist bereits seit einigen Monaten an ersten Erprobungsbikes eines Naked Bike-Ablegers zu erkennen, der eben aufgrund der technischen Nähe zur 790 Duke und guter Tarnung kaum von dieser zu unterscheiden ist. Inzwischen wurde jedoch auch ein Prototyp gesichtet, der auf eine 650 Adventure hinweist. Zwar trägt dieser zum Zweck der Tarnung noch die Verkleidung der 790 Adventure, doch darunter soll sich bereits neue Technik befinden.

Noch ist die KTM 650 Adventure kaum von der 790er zu unterscheiden. Doch genau betrachtet findet man einige Veränderungen.

Die markanteste Neuerung ist am bereits final ausgeformten Tank zu erkennen. Denn zwar sind 650 und 790 Adventure nah verwandt miteinander, doch die bauchige, zweigeteilte Tanklösung der jetzigen Mittelklasse-Adventures wird es künftig wohl nicht mehr geben und so ist deren Fehlen der erste Hinweis auf die 650 Adventure bei diesem Prototypen. Darüber haben die Ingenieure hier noch die Verkleidung der kürzlich überarbeiteten 790 Adventure gezogen, die später aber einem eigenständigen Design weichen wird. Zu erwarten ist beispielsweise eine Version der polarisierenden Frontmaske im 3D-Look, wie die kürzlich präsentierten 990 Duke und 1390 Super Duke sie erhalten haben und mit der auch die kommende 390 Adventure aufwarten soll.

KTM 650 Modelle mit 60 bis 70 PS?

Neben den Unterschieden sind die technischen Parallelen mit der Plattformspenderin 790 Adventure jedoch ebenso offensichtlich: So scheint beispielsweise die Schwinge nahezu unverändert übernommen zu werden, ebenso das Federbein. Auch die äußeren Merkmale des Motors und dessen Umfeld erscheinen bekannt, was darauf hindeutet, dass die Reduzierung des Hubraums hier die markanteste Neuerung darstellt. Sie wird vermutlich ebenso durch eine Verkürzung des Hubs erreicht wie eine Verringerung der Bohrung. Resultat wird eine verringerte Spitzenleistung sein, genauere Daten sind aber noch Spekulation. Wir gehen von etwa 60 bis 70 PS aus, da hier die offensichtlichste Lücke im Angebot der Österreicher klafft. Durch weniger Leistung und weniger Gewicht muss auch weniger Aufwand für adäquate Bremskraft betrieben werden, weshalb am Vorderrad künftig nur noch eine Bremsscheibe zum Einsatz kommen wird. Die Produktion wird, wie ursprünglich geplant, bei Bajaj in Indien stattfinden, wo künftige alle Einstiegsmodelle von KTM, Husqvarna und GasGas produziert werden sollen.

Noch sind die 650er Modelle nicht serienreif, aber durch die bekannte Motorbasis, könnten die Serienmodelle schon im Herbst 2024 offiziell präsentiert werden. Wir bleiben gespannt und halten dich auf dem Laufenden.

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