Triumphs erstes Elektromotorrad, das nie gebaut wird

Der TE-1 Prototyp ist fertig

Triumph Motorcycles präsentiert den fertigen TE-1 Prototyp. Nach jahrelanger Entwicklung und zahlreichen Testläufen ist das Projekt nun abgeschlossen. Ein Serienmodell wird es aber nicht geben.

Das Projekt ist beendet. Nach der finalen Testphase präsentiert man in Hinckley den fertigen TE-1 Prototypen, der in der Zusammenarbeit zwischen Triumph Motorcycles, Williams Advanced Engineering, Integral Powertrain Ltd, und WMG, University of Warwick entwickelt wurde. Die Ergebnisse stellen laut Triumph zufrieden, trotzdem kommt das Modell nicht in Serie.

Triumph TE-1 Leistung und Reichweite

Mit der Scheinwerfermaske der Speed Triple wollte sich Triumph auch in Sachen Leistung an das aktuelle Hyper Naked Bike annähern. Die Aufgabe ist gelungen, ganze 177 PS und 109 Nm Drehmoment produziert der Elektromotor, was für eine Beschleunigung von 3,7 von 0 auf 100 km/h sorgen soll. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Triumph 216 km/h an - mehr wäre möglich nur müsste man die Übersetzung ändern, außerdem würde das die Reichweite schmälern.

Apropos Reichweite: Den 15 kw/h großen Akku, der ein mittragendes Element des Rahmens ist, liefert Williams Advanced Engineering. Bei den Testfahrten nach WMTC-Zylkus wurde eine Reichweite von 161 Kilometer erreicht - laut Triumph eine kategorieführende Performance. Andere Elektrobikes wie die Energica Experia haben zwar eine höhere angegebene Reichweite, doch hier sprechen wir von einem Sporttourer. Wir lassen Triumph also den Triumph über die Reichweite.

Nur 20 Minuten Ladezeit!

Branchenüblich gibt auch Triumph die Ladezeit der TE-1 von 0 bis 80 Prozent Ladezustand an. Dennoch ist der Wert beeindruckend. Dank des 50 kW DC-Ladesystems erreichen die 900 Samsung NMC Zellen der Triumph TE-1 in nur 20 Minuten die 80 Prozent. Wie schnell das Motorrad an der herkömmlichen Schuko-Steckdose lädt, war nicht Teil der Triumph-Testphase. Während der Fahrt kann natürlich dank Rekuperation und regeneratives Bremsen ebenso Strom zurück in den Akku gebracht werden.

Bricht das Gewicht den Nacken der Triumph TE-1?

Größe und Proportionen einer Street Triple, aber die Ergonomie einer Speed Triple - so beschreiben die Engländer ihre TE-1. Dementsprechend wollte man auch das Gewicht gestalten und hat es dabei geschafft, 25 Prozent leichter als die aktuell verfügbare E-Konkurrenz zu werden: 220 Kilogramm bringt die Triumph TE-1 auf die Waage. Nicht super leicht, doch für ein Elektromotorrad mit umfangreichen Assistenz-Paket immer noch ein respektabler Wert. Die TE-1 verfügt nämlich über 6-Achsen-IMU, 4 Riding Modes, Traktionskontrolle, Front Wheel Lift Control, sowie einen Rangiermodus mit Rückwärtsgang.

Wieso wird die Triumph TE-1 nie gebaut?

Die Daten wirken für den ersten Elektroanlauf von Triumph ziemlich vielversprechend - wieso wird die TE-1 also nicht gebaut? Laut Triumph diente das TE-1 Projekt als reines Entwicklungsfahrzeug, um die Herausforderungen der Elektromobilität zu verstehen. Es wurde geforscht, entwickelt und getestet - doch nun hat man all das Wissen gesammelt, das es braucht um ein elektrisches Serienmotorrad zu bauen. Triumph hat uns gesagt, dass man bereits am ersten E-Motorrad für den Markt arbeitet, der Entwicklungsprozess aber noch ein paar Jahre dauern würde.

"Der TE-1-Prototyp ist der erste Schritt auf unserem Weg zur Entwicklung unseres künftigen Konzepts für die elektrische Antriebstechnologie. Die unglaublichen Ergebnisse, die er in seinem intensiven Testprogramm erzielt hat, haben entscheidende Erkenntnisse und Fähigkeiten geliefert, die letztlich unsere künftige Entwicklung bestimmen werden. Natürlich wird das endgültige Serienmotorrad nicht genau so aussehen wie das, was Sie heute hier sehen, aber Sie können sicher sein, dass die Modelle, die wir entwickeln, alle Erkenntnisse und den aufregenden dynamischen Geist des Prototyps in sich vereinen werden." Steve Sargent, Chief Product Officer, Triumph Motorcycles.

Bericht vom 12.07.2022 | 17.253 Aufrufe

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