Motorradfahren lernen - der richtige Lenkimpuls!
Du musst nach rechts lenken, wenn du nach links willst?!
Du musst nach rechts lenken, wenn du nach links willst?! Der mysteriöse Lenkimpuls ist eigentlich schnell erklärt. Nur zwei Grundlagen musst du kennen. Dann meisterst du jeden Kurveneingang. Damit der Tausendfüßler nicht stolpert, wenn er darüber nachdenkt, was er da macht. Der Lenkimpuls, eigentlich ganz simpel.

Der Lenkimpuls ist ein Phänomen, das Fahrradfahrer eigentlich immer schon angewendet haben, meist ohne, dass sie es wissen. Der Lenkimpuls bedeutet nichts anderes, als: Wenn du nach links willst, musst du bei Kurven mittlerer Geschwindigkeit (ca. 30-60 km/h) vorher nach rechts lenken. Wenn du schneller fährst (je nach Kreiselkräfte, aber ungefähr ab 80 km/h), kippst du sofort nach links, wenn du nach rechts lenkst. Wenn du ganz langsam fährst, nimmst du den Lenkimpuls gar nicht wahr. Natürlich musst du bei 4 km/h nach rechts lenken, wenn du nach rechts willst. Aber du musst auch die Balance halten!
Warum muss ich in die andere Richtung lenken?
Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine hat gar nichts mit drehenden Rädern zu tun, der zweite schon. Beginnen wir mit dem ersten Grund: Ein langsam fahrendes Motorrad ist ein balancierendes System, wie bereits hier besprochen. Das heißt, du versuchst mit deinen Lenkbewegungen immer dorthin zu lenken, wo du ein Umkippen verhinderst. Kippst du nach rechts, lenkst du nach rechts. Bis du wieder senkrecht mit deinem Motorrad reitest und somit stabil unterwegs bist. Selbst Anfänger beherrschen das bald, der Selbsterhaltungstrieb und die Lernfähigkeit unseres Hirns erledigen das.
Alle Berichte der umfassenden Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS:
Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech als 1000PS-Partner!
Ein großes Projekt verlangt nach großen Partnern - weshalb wir uns entschieden, für unsere Berichteserie Motorradfahren lernen mit hochwertigen Herstellern wie Honda, Metzeler, Stadler und SW-Motech zusammen zu arbeiten. Für einen feinen Querschnitt durch die aktuellen Motorradkategorien haben wir von Honda eine einsteigerfreundliche CB500 Hornet, eine sportliche CBR650R sogar mit E-Clutch (muss man mal probiert haben!) und als Referenz für das Adventure-Segment eine CRF1100L Africa Twin Adventure Sports mit elektronisch verstellbarem Fahrwerk gewählt. Bestückt wurden alle Bikes mit Taschen oder Tankrucksäcken von SW-Motech, damit wir diverse Utensilien, die wir bei unseren Fotofahrten brauchten, gut verstauen konnten. Da wir natürlich nicht wussten, wie das Wetter wird, vertrauten wir bei der Kleidung auf Highend-Ware von Stadler Bekleidung, die dank GoreTex-Material und innovativen SASS-Belüftungsöffnungen sowohl bei nasskaltem als auch bei heißem Wetter ausgezeichnet funktionieren. Schließlich wollten wir auch bei den Reifen nichts dem Zufall überlassen, für unsere Vorführ-Fahrten wurden auf allen drei Maschinen Qualitäts-Pneus von Metzeler aufgezogen. Und ja, richtig vermutet, natürlich hat mit allen vier Herstellern alles problemlos funktioniert!
Produkttipps
Du bringst das ganze System (Motorrad und Fahrer) in eine instabile Lage
Fährst du nun also stabil gerade, weil du es kannst, und kommt dann irgendwann eine Linkskurve, musst du dich und dein Motorrad dazu bringen, irgendwie nach links zu kommen. Und das geht nur, indem du nach rechts lenkst. Dadurch lenkst du nämlich zuerst die untere Hälfte deines Motorrads nach rechts, die Masse der oberen Hälfte aber will ja geradeaus weiter fahren. Dadurch kommst du in eine nach links gekippte Schräglage, die du für die Linkskurve brauchst. Du bringst sozusagen das ganze System (Motorrad und du) in eine instabile, nach links kippende Lage, die du dann für die Linkskurve nutzt und nach links abbiegst.
Stell dir einen senkrechten Besenstiel, balanciert auf deiner Handfläche, vor!
Möchtest du jetzt, dass dieser Besenstiel nach links kippt, musst du ihn unten mit deiner Handfläche nach rechts bewegen. Natürlich folgt deine Hand dann irgendwann auch nach links, sonst kippt er völlig. Aber das Prinzip wird dadurch klar. Das ist übrigens auch die Technik, die Skibob-Fahrer anwenden müssen, und da dreht sich definitiv kein Rad. Wenn ein Skibob-Fahrer nach links will, muss er vorher nach rechts lenken. Sonst geht es nicht.
Und was hat es jetzt mit diesem gyroskopischen Effekt auf sich?
Zusätzlich zu dem beschriebenen Umstand, der vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten erlebbar ist, weil alles so langsam und nachvollziehbar geschieht, gibt es noch einen weiteren Grund für den Lenkimpuls bei höheren Geschwindigkeiten. Bei höheren Geschwindigkeiten wirken nämlich Kreiselkräfte. Deine Räder wollen stabil bleiben, sie wollen nicht, dass du ihre Drehrichtung/Drehachse veränderst. So werden übrigens auch Satelliten stabilisiert. Veränderst du die Lage der Drehachse aber doch (bei wirklich hohen Geschwindigkeiten wirst du den Widerstand am Lenker deutlich spüren, da hält wirklich eine große Kraft dagegen!), reagiert das Rad ganz komisch. In deinem Fall ist es das Vorderrad. Es ändert nämlich seine Drehachse nicht dorthin, wohin du sie drückst, sondern 90° woanders hin. Bei nach vorne drehenden Rädern bedeutet das, dass das Rad, wenn du nach rechts lenkst, automatisch nach links kippt. Auch, wenn es den Asphalt nicht berühren würde. Das macht das einfach, das ist die Physik! Somit wird der erstgenannte Effekt mit dem jetzt genannten Linkskipp-Effekt noch verstärkt.

In der Praxis bedeutet das, dass du sofort nach links fährst, wenn du bei höheren Geschwindigkeiten gegen die Kreiselkräfte mit viel Kraft den Lenker nach rechts lenkst
Du kannst den Lenker auf zwei Arten in den Lenkimpuls führen. Entweder, du drückst die Lenkerseite, in die du fahren möchtest, nach vorne, also von dir weg oder du ziehst die Lenkerseite, in die du nicht fahren möchtest, zu dir her. Oder eben beides zusammen. Ökonomischer und fahrergonomisch günstiger ist das Drücken der kurveninneren Seite nach vorne! Wie gesagt, eigentlich denkt man über dieses Phänomen während der Fahrt gar nicht nach. Den Lenkimpuls übt man am besten beim Slalom, weil man dann die geplante Line mit der bewussten Aktion des Lenkens zu erreichen versucht und die Präzision des Ergebnisses, also der tatsächlich gefahrenen Linie, vergleichen kann. Bei der Übung Ausweichhaken sollte aber die Bewegung ganz natürlich und selbstverständlich abgerufen und korrekt realisiert werden, auch im Stress!

Nachschlagewerk: So geht das! Wie man was findet
Auch wenn das 1000PS Nachschlagewerk nicht auf einmal sondern bis Ende des Jahres immer weiter ergänzend erscheint, ist es am Ende eine große, einem Lexikon ähnliche, Database, in der man nach Kapiteln und Absätzen geordnet auf die häufigsten Fragen, die in den 1000PS-Foren in den letzten Jahren gestellt wurden, eine Antwort findet.
Die umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS im Überblick:
Entdecke unsere umfassende Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS, in der wir alle Aspekte des Motorradfahrens behandeln. Von der Wahl des richtigen Motorrads, über die korrekte Bedienung von Kupplung und Bremsen, bis hin zur optimalen Körperposition und Kurventechnik. Wir zeigen dir, wie du moderne Fahrassistenzsysteme nutzt, bei Nacht oder auf nasser Fahrbahn sicher fährst und sogar wie du Notmanöver meisterst. Egal ob du Anfänger bist oder deine Fähigkeiten verbessern möchtest, unsere Serie bietet wertvolle Tipps und Ratschläge für jeden Fahrer. Tauche ein in die Welt des Motorradfahrens mit 1000PS!
Alle Berichte der umfassenden Serie "Motorradfahren lernen" auf 1000PS:
Bericht vom 22.07.2024 | 11.262 Aufrufe