Fährt die Honda Goldwing 2030 elektrisch?
Die Japaner bringen 30 neue Elektro-Motorräder!
Die Elektromobilität schreitet auch am Motorrad-Sektor mit großen Schritten voran, nun hat der größte Motorradhersteller der Welt seine ambitionierten und vor allem „spannenden“ Ziele bis 2030 vorgestellt - Honda will in den kommenden sieben Jahren stolze 30 Elektro-Motorräder auf den Markt bringen!

Die beiden Elektro-Roller Honda Cub e: sowie EM1e:, Hondas erster Roller für die AM-Führerscheinklasse (hier geht´s zum Bericht über den Honda EM1 e:), waren erst der Anfang, nun wurde vor kurzem mit dem SC e: Scooter Concept ein Roller für die A1-, also die 125er-Klasse präsentiert, der nicht nur optisch äußerst ernst zu nehmen sein wird. Honda hat seine Ambitionen für die kommenden sieben Jahre sogar noch weiter nach oben geschraubt, das Ziel von 3,5 Millionen Fahrzeugen bis 2030 wurde um 500.000 auf 4 Millionen Elektro-Motorräder und -Roller angehoben. Dafür soll eine unfassbare Investitionssumme von umgerechnet über drei Milliarden Euro verwendet werden - bis 2025 über 600 Millionen Euro und von 2026 bis 2030 nochmals die vierfache Summe. Und wenn man sich Hondas Fahrplan in die Zukunft auf unserem Titelbild ansieht, dürfte auch die Honda Goldwing spätestens in sieben Jahren elektrisch auf Reisen gehen!

Es wird sogar Elektro-Supersportler von Honda geben!
Fein für Honda, könnte man nun meinen, allerdings soll diese Entwicklung auch fein für uns Endkunden werden, die aktuellen Kosten für elektrische Motorräder sollen um 50 Prozent reduziert werden! Dass sich also in naher Zukunft einiges bei Honda tun wird, merkt man ohnedies schon in der Gegenwart. In diesem Jahr hat Honda nämlich bereits den Verkauf vom EM1e: Elektroroller in Japan und Europa und von drei neuen EB (Elektrofahrrad)-Modellen, darunter den schicken Honda Cub e in China gestartet - erwartungsgemäß ein besonders wichtiger Absatzmarkt für Honda. Doch auch in Old Europe reicht Honda bereits im kommenden Jahr ein richtig cooles Modell nach, 2024 wird ein neues Modell global eingeführt, das kürzlich auf der Japan Mobility Show 2023 vorgestellt wurde, der SC e: Concept. Und dann geht es Schlag auf Schlag, 2025 folgen weltweite Einführungen von FUN-orientierten Modellen und Plug-in-Elektromotorrädern. Besonders spannend ist, dass Honda Elektromodelle in verschiedenen Kategorien wie Naked Bike, Offroad, Kinderfahrräder, ATVs und sogar Supersport einführen wird! Einen groben Plan für die stärkeren Elektro-Motorräder bis 2025 hat Honda ja bereits im letzten Jahr vorgestellt (hier geht´s zum Bericht über 10 neue Honda Elektromotorräder).

Weiterentwicklung der Motorradherstellung bei Honda durch Elektrifizierung
Honda geht es bei der Elektro-Offensive aber gar nicht nur um den Elektroantrieb selbst, dass der größte Motorrad-Hersteller der Welt bereits über Stärken, die durch die Entwicklung von Verbrennungsmotor-Maschinen erworben wurden, wie etwa das Know-how für Plattformteilung und grundlegende Funktionalitäten von Motorrädern verfügt, ist klar. In Form einer modularen Plattform werden Batterie, Antriebseinheit und Chassis von Elektromotorrädern jeweils so konstruiert, dass durch die Kombination der Module eine Vielzahl von Variationen entwickelt werden können. Dies ermöglicht es Honda, schnell und effizient eine Vielzahl von Modellen einzuführen, die den vielfältigen Bedürfnissen der Kunden weltweit entsprechen. Darüber hinaus wird diese Modularisierung auch einen Kostenvorteil generieren.
Hondas E-Motorräder werden immer mehr dazulernen!
Nun kommt aber eine komplexe Connectivity dazu, durch die Elektro-Motorräder ungeahnte Komfort-Features bieten und sich auch nach dem Kauf weiterentwickeln werden. Die Konnektivität ist eine der Funktionen, die mit Elektromotorrädern erheblich verbessert wird. Fortgeschrittene Konnektivität ermöglicht Software-Updates nach dem Kauf, einschließlich der Hinzufügung neuer Funktionen, über OTA (over-the-air) oder andere Formate. Honda wird die Honda RoadSync Connectivity, die seit 2020 angeboten wird, weiter vorantreiben und neue Modelle, die 2024 eingeführt werden sollen, mit einem IVI (In-Vehicle Infotainment)-System ausstatten, das eine navigationsbasierte Navigation umfasst und Informationen wie den Standort von Ladestationen nutzt.
Telematik und neuartige Batterietypen werden schon erprobt
Für die neuen Modelle, die 2026 eingeführt werden sollen, wird Honda eine Telematiksteuereinheit (TCU) installieren und die Connectivity noch weiter vorantreiben. In Zukunft werden Daten, die von sowohl Verbrennungsmotor- als auch Elektromodellen erhalten und angesammelt wurden, genutzt, um die Bedürfnisse der Kunden auf Basis der Daten darüber zu verstehen, wie diese Motorradmodelle verwendet werden. Doch auch an der, für Elektromodelle wichtigen Basis arbeitet Honda auf Hochtouren - in Bezug auf Batterien entwickeln die Japaner neben den derzeit auf dem Markt erhältlichen Elektromodellen mit austauschbaren Batterien auch Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterien und planen deren Einsatz ab 2025. Die Vielfalt von Batterien mit unterschiedlichen Stärken in Bezug auf Leistungsbereich und Kosten wird es Honda ermöglichen, eine breitere Palette von Anwendungen zu berücksichtigen und die Bandbreite der Produktvariationen zu erweitern. Darüber hinaus wird Honda mittel- bis langfristig die Nutzung von Batterien mit hoher Energiedichte erkunden, mit Blick auf die Verwendung von derzeit in der Entwicklung befindlichen Feststoff-Batterien.
Die Produktionskosten sollen fallen - E-Motorräder werden um 50 % billiger!
Für die Produktion von Elektromodellen wird Honda zunächst seine bestehende Infrastruktur für Verbrenner-Modelle nutzen. Um jedoch ein solides Produktionssystem aufzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit bis zur Erreichung des Verkaufsziels von 4 Millionen Einheiten bis 2030 weiter zu steigern, wird Honda ab etwa 2027 weltweit dedizierte Produktionsstätten für elektrische Motorräder in Betrieb nehmen. Bestrebt, ein hoch effizientes Produktionssystem in diesen spezialisierten Werken zu realisieren, wird die Länge der Montagelinien durch den Einsatz neuer Technologien um etwa 40 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Linien reduziert. Jede ausgewiesene Anlage wird eine Investition von rund 300 Millionen Euro und eine jährliche Produktionskapazität von 1 Million Einheiten darstellen. Außerdem wird Honda bei den E-Motorrädern Steckermodelle übernehmen, Batteriezellen optimieren und die Effizienz der Beschaffung und Produktion durch die Einführung gemeinsamer Module erhöhen. Das alles soll den Endpreis der Elektro-Motorräder um stolze 50 Prozent senken - womit sie dann mehr als konkurrenzfähig zu vergleichbaren Verbrenner-Modellen wären!

Welche Elektro-Motorräder von Honda wir erwarten können
Du interessierst dich für Hondas Elektro-Zweiräder? Dann bringen wir genau für Dich in Kürze eine Übersicht aller aktuellen und künftigen Honda-Elektro-Motorräder und -Roller!
Bericht vom 02.12.2023 | 11.612 Aufrufe