MX Reifen Test
Bridgestone MX Reifentest |
|
![]() |
|
Das Ding mit den MX Reifen, und damit sind eigentlich alle
Stollenreifen ohne Straßenzulassung gemeint, ist ja so eine Sache.
Es gibt grundsätzlich 2 Kategorien: Die einen sind die Billigreifen, die anderen die Premiumreifen,
die nicht nur mehr kosten, sondern auch mehr versprechen. Ausgerissene Stollen, schneller Verschleiß oder so wenig Grip wie ein Sommerreifen auf Eis - das sind die Erfahrungen, die wahrscheinlich schon jeder von uns mit Billigreifen gemacht hat.
Einer der teuersten Reifen am MX Markt ist wohl Bridgestone. Ob es daran liegt, dass die weltbesten MX Fahrer fast ausschließlich auf die Stollenreifen aus Japan setzen und dementsprechend viel Geld kosten, oder einfach die Qualität und Entwicklung
ihren Preis hat, das galt es herauszufinden.
Bridgestone MC Verkaufsleiter Harald Kissler, verantwortlich für den Verkauf der edlen Gummis in Österreich, begleitete den Test nicht nur mit seinem reifentechnischen Know-how, sondern griff beim Test auch selbst zum Gashahn und war zu Recht von seinen Reifen begeistert. Als Referenzmotorrad haben wir eine KTM 400 EXC herangezogen. Sie ist die goldene Mitte unter den Offroad Bikes. Weiters haben wir einen 204er Hinterreifen hergenommen und ihn über 3 Monate einem Dauertest unterzogen, um auch langfristige Aussagen treffen zu können. |
|
![]() |
|
Nicht nur das Fahrkönnen bestimmt, ob man einen Hang bezwingen kann oder nicht! | |
|
|
[googleadlarge] | |
|
|
Die Reifen |
|
![]() |
![]() |
Bridgestone M203 & Bridgestone M204, die Profis, wenn's um Dreck geht. | |
![]() |
![]() |
Bridgestone M403 & Bridgestone M404, die Allrounder. | |
![]() |
![]() |
Bridgestone M603 & Bridgestone M604, die Softis für harten Boden. | |
![]() |
|
|
|
Der Vollständigkeit halber gibts für Schlamm und Matsch noch eine eigene Reifenmischung.
Bridgestone M101/102. Doch als Schönwetterfahrer haben wie diese mal zu Hause gelassen.
Bei unserer ersten Location war der Boden tief und teilweise schlammig. Hier hob sich die Reifenpaarung M203/204 ganz klar ab. Beim Beschleunigungstest Steilhang machte der M 204 Hinterreifen richtig Druck, ging nicht gleich in den Begrenzer und sorgte für ordentlichen Vortrieb. Noch deutlicher fiel der Unterschied bei lang gezogenen Kurven auf, wo das Vorderrad spurstabil blieb, während hier der vordere Hartbodenreifen M 603 schon wegschmierte. Auch beim Beschleunigen am Steilhang schmierte der M604 merklich ab. Die 400er Paarung hielt noch gut mit, doch wirds erstmal richtig schlammig, zieht die M203/204er Paarung davon. Beim nächsten Test auf der MX Bahn in St.Pölten wurde der Local Postmaster Math Tenigl als Versuchskaninchen herangezogen. Ohne zu wissen, welchen Reifen er gerade am Motorrad montiert hat, sollte er versuchen, so schnell wie möglich 2 Runden herunter zu spulen. Beim Hartboden waren die gefühlten Unterschiede sehr gering und kaum einzustufen, lediglich das Wegschmieren des Hinterreifens war zwischen der 200er und der 600er Paarung noch am einfachsten herauszufinden. Hier sprach schlussendlich die Stoppuhr eine klare Sprache. Dabei machte die 600er Paarung 1,3 Sek. auf die 400er Paarung gut. Die 200er verloren nochmals 1,5 sek. Hätte nicht damit gerechnet, dass der Unterschied, obwohl er kaum beim Fahren spürbar war, auf der Stoppuhr eine so klare Angelegenheit war. |
|
![]() |
|
Wichtige Frage: Wie hält der Reifen in der Kurve auf einer steinharten Piste? | |
Was macht Bridgestone anders als die anderen?
Die Japaner sind ja alte Tüftler. So wenden sie zwei einzigartige Technologien an.
|
|
Dauertest |
|
![]() |
![]() |
Anfang Mai trudelte der Dauertest Reifen bei mir zu Hause ein. Ich entschied mich für die M203/204 Paarung. Damit
war ich zumindest vom Dreck bis zum griffigen Boden super bedient und
auf Fels und Hartboden kann er dann ja beweisen, was er drauf hat. Es begann eine lange Rennserie. Endurotrophy Guttaring, ACC Türnitz, 2 Tage Endurotrophy in Lunz, 3,5h Training und dazwischen noch 4h am Erzberg Harescramble einschließlich Carls Dinner. Was soll man dazu noch groß schreiben, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Nach 15,5 h im Racetempo auf absolut unterschiedlichsten Untergründen ist kein Stollen eingerissen. Selbst der Verschleiß hält sich in Grenzen. Ich werde voraussichtlich noch bis Ende der Saison damit trainieren. Und das alles bei gutem Grip!
Fazit: Zum einen machen unterschiedliche Reifenprofile sehr wohl auch einen Unterschied aus, speziell wenn die Bedingungen extrem werden. Klar ist man mit einer M403/404er Paarung immer und überall sehr gut dabei, doch wichtige Sekunden holt man sich mit den speziellen Reifen. Zum anderen lieferten mir die letzten Monate den Beweis, dass sich eben Qualität bezahlt macht und damit auch der Preis mehr als gerechtfertigt ist. Für Hobbyfahrer gilt demnach: Besser 2 Qualitätsreifen als 4 Schrottreifen pro Saison. |
|
|
|
Interessante Links: |
Text: edi-e |
Bericht vom 19.08.2009 | 38.972 Aufrufe