Yamaha Fazer 1000
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Oscar Wilde hat sinngemäß gemeint "Der Fein des Guten ist das Bessere". Yamaha hat sich angestrengt und mit der Fazer 1000 eine Mischung aus Touring, Streetfighter und Sportmotorrad auf die Strasse gestellt. Die Marketing Abteilung von Yamaha nennt es "Muscle Bike" |
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Überwinde die Trägheit des Winters und gib dem 150 PS Vierzylinder die Sporen
Ega,l da musste ich durch. Ich holte mir die Schlüssel bei Yamaha und ließ das Briefing über mich ergehen. Schlüssel ins Zündschloss und den Startknopf drücken. Sanftes Vierzylinder Grollen entstieg dem Aggregat, fast so, als wollte mich die Fazer beruhigen. Die ersten Meter mit einem neuen Motorrad erinnern mich immer an erste Schritte, man geht aber man wackelt hin und her und es fühlt sich unsicher an. Ich hielt mich am Gas sehr zurück und fuhr in der vorgeschriebenen Geschwindigkeit Richtung Weinbergstrasse. Bis 4000 U/min fährt sich die Fazer wie ein Scooter, nichts erinnert daran, daß man 150 PS und 998 ccm unter dem Hintern hat. Im Stadtverkehr zeichnet sich die Fazer durch Wendigkeit und ihre wirklich sensationellen Spiegel aus. Ja richtig, die Spiegel, ich brauche den Überblick. Wie ein paranoider Mafioso auf der Flucht blicke ich ständig in den Rückspiegel. Die Fazer bietet einen tolle Übersicht nach hinten. Der breite Lenker schafft ein sicheres Gefühl und mit sanften Bewegungen am selben lässt sich die Fazer butterweich ums Eck fahren. Optisch wirken die hohe Gabelbrücke und die leichte Krümmung des Lenkers merkwürdig, doch im Fahrbetrieb kommt man ganz schnell von einer entspannten Haltung in die Angriffsposition. Der Oberkörper ist aufrecht mit einer leichten Neigung nach vorne, um einen guten Draht zu den Ereignissen am Vorderrad zu haben. Die Sitzposition ist selbst für über 190cm Körpergröße absolut komfortabel und es lässt sich lange im Sattel aushalten. Die Beine sind sportlich positioniert aber nicht zu extrem, die dicke Polsterung an den Fußrasten spürt man wirklich. Je älter man wird, je wichtiger wird der Komfort!
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Ab 5000 U/min wird aus dem Lamm ein reißender Wolf. Die Gene der R1 schlagen voll durch. Weinbergstrasse an einem Wochentag um 14 Uhr, kaum Verkehr. Raus aus der Stadt und ab ins Grüne und auf die Landstraße. Dort ist die Heimat der Fazer. Ab dem Panoramarestaurant wird das Gas aufgedreht- ohne Gnade. Bis 4000 Touren weht ein angenehmes Lüfterl, aber ab 5000 wird zum Marsch geblasen. 2. Gang Gas auf, ich kann gerade noch der digitalen Geschwindigkeitsanzeige folgen, hoppla, es stehen 150 auf der Uhr und es kommt die erste enge Kurve. Eigentlich ist die Weinbergstrasse ein breiterer Feldweg ohne Sturzräume mit teilweise sehr haarigen Kurven. Gerade diese Eigenschaften machen die Weinbergstrasse so attraktiv. Um die Angst und die Steifheit des Winters los zu werden eignet sich sie sich vorzüglich. Jedem Ort seine Hausstrecke und die Abwesenheit der Exekutive. Ich fasste also beherzt in die Eisen und legte um, es gab keine unangenehme Reaktion der Fazer. Bis auf die wundersam starke Motorbremswirkung, die mich eher an einen Zweizylinder erinnerte, war nichts zu bekritteln. Mein Vertrauen in die Fazer wurde Meter um Meter größer. Raus aus Gumpoldskirchen, Gas auf und schnell die Gänge wechseln. Bei 8000 U/min hat die Fazer 106 Newtonmeter, wenn man dann schaltet gibt es diesen klassischen Schub der dicken Vierzylinder. Es zieht ordentlich an den Armen und der Motor fängt an wütend zu brüllen. Die Soundkulisse ist angenehm aber nicht sonderlich sportlich. Mein Körper wurde endlich lockerer und die Verspannungen des Winters verabschiedeten sich allmählich. Wie auf Schienen bewegt sich die Fazer um die Kurven, einzig breite Teerstreifen bringen ein wenig Unruhe ins Motorrad. Der 190er Reifen ist imposant, doch im Sinne der Wendigkeit wäre ein 180er Reifen noch besser. Ich hatte das Glück schon mit der alten Fazer gefahren zu sein und so kann ich sagen, daß sich die Verbesserungen gelohnt haben. Die neue Fazer ist sportlicher geworden, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Die Sitzposition von 815 mm ist angenehm und es sollte keiner zu "kurz" kommen. Die neue Fazer wirkt straffer und kompakter, dazu trägt sicher der neue Alu Rahmen bei. Die alte Fazer hatte noch einen Stahl Doppelschleifen Rahmen. Die Optik ist wie immer Geschmackssache, mir persönlich gefällt die neue Designlinie.
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Motor: Bremse: Fahrwerk: Komfort/Sportlichkeit: Optik:
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Technische Daten:
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Technische Innovationen: -Neue Geometrie mit mehr Last auf dem Vorderrad |
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Verfügbare Farben: Silber, rot und blau. Preis: 12.490 | ||||||||||||||||||||||
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Fazit: Wer sich ein Tourenmotorrad wünscht das die Gene der R 1 in sich trägt und auch optisch sportlich wirkt ist bei der Fazer 1000 richtig. 150 PS lassen in Sachen Leistung nichts anbrennen. Die Fazer lässt sich dank der gelungen Abstimmung des Fahrwerks in jeder Lage sicher bewegen. Durch die angenehme Sitzposition sind auch lange Touren möglich. |
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Bericht vom 11.05.2006 | 36.865 Aufrufe