Romaniacs 2009

Es ist vollbracht! Eine harte, wenn nicht die härteste Rally der Welt ist zu Ende - die Red Bull Romaniacs.

Red Bull Romaniacs 2009

Es ist ein langer steiniger Weg ins Zeil der Romaniacs

Die Red Bull Romaniacs 2009 ist zu Ende. Im Endergebnis hat der vierte Rallyetag noch ein kleines Erdbeben verursacht. Denn als einziger bezwang der deutsche BMW-Pilot Andi Lettenbichler die Schlüsselstelle "Long Way" ohne jegliche Hilfe. Der vor dem Schlusstag in Führung liegende Franzose Cyril Despres entschied sich dagegen gleich für die Strafzeit und wählte die leichtere Ersatzroute. Er verspekuliert sich damit jedoch. Seine Rechnung ging nicht auf und er fällt im Endklassement auf Platz 3 zurück. Der 34-jährige Bayer Lettenbichler holt sich damit bei seinem ersten Romaniacs-Antreten auch gleich den Siegerpokal. Die Schinderei, die brutal steile, felsige und wurzelige "Long Way"-Auffahrt zu nehmen, hat sich auch für die Österreicher Erich Brandauer und Hans Leitner ausgezahlt. Brandauer landete im Endklassement als bester Österreicher auf Platz acht.Red Bull Romaniacs-Erfinder Martin Freinademetz hatte einen extrem schwierigen letzten Rallyetag angekündigt. Vor allem der "Long Way" hatte es in sich.

Nur fünf Piltoten aus dem Profifeld wählten die harte Tour und nahmen den enormen, mehrere hundert Meter langen Anstieg durch den rumänischen Karpatenwald nahe Sibiu in Angriff. Lettenbichler war jedoch der einzige, der dies ohne Hilfe schaffte. Er verweigerte die helfenden Hände auch, als diese schon eingreifen durften.  Als erster bog der Neuseeländer Chris Birch in den "Long Way". Im letzten Streckendrittel konnte Lettenbichler aber vorbeiziehen. Nachdem der deutsche BMW-Pilot oben war, wurde Birch von einer Seilschaft nach oben geborgen. Als Dritter kam der Spanier Melcior Faja Beltran (Gas Gas) durch diese Sektion. Mit den Österreichern Erich Brandauer (Husaberg) und Hans Leitner jun. (Gas Gas), die eine starke Seilschaft bildeten, schafften insgesamt nur fünf Piloten diesen Anstieg. Der Niederösterreicher Brandauer wurde in der Endabrechnung als bester Österreicher Achter. Leitner schob sich auf Rang 11 nach vor. Der Tiroler Dieter Happ (Husaberg) hatte gestern noch zwei schwere Abflüge zu verzeichnen. Er landete trotz Gehirnerschütterung und Ganzkörperprellung noch in den Top 10.

 

RBR Sieger Andreas Lettenbichler
Wer glaubt, das die Hobbyfahrer bei der Red Bull Romaniacs eine ruhige Kugel schieben, der irrt. . Die 45 Teilnehmer der Teamklasse bekommen Tag für Tag runde 200 Kilometer Offroadterrain kredenzt, die aufreibende 6-7 Stunden Fahrtzeit im vollen Renntempo bedeuten. 5 Teams mit österreichischer Beteiligung gehen 2009 an den Start der Romaniacs, allen voran die Golden Girls der heimischen Enduroszene: Peter Nesuta und Peter Kohlmaier vom Team OMMA Old Men Motocross Association sind zusammen fast 100 Jahre alt, zeigen aber bei der schwierigsten Hardenduro-Rallye der Welt den meisten Youngsters den Auspuff von hinten.

Nachdem die beiden Routiniers bereits den spektakulären Prolog am Samstag tadellos absolvierten, setzen der Suzuki-Vertriebsmann und der Möbel-Designerguru auf den selektiven Offroadetappen dann ihre ganze Erfahrung in hervorragende Ergebnisse um. Nesuta und Kohlmaier navigieren wie Einheimische, vermeiden kapitale Fehler und bleiben einfach konstant am Gas. Bereits nach dem ersten Rallye-Tag bringen sie sich auf das Podium, am zweiten Renntag in den Karpaten gelingt Nesuta/Kohlmaier dann der erste Tagessieg in der Hobbyklasse. Und obwohl am dritten Renntag jeder Muskel brennt und kleinere Blessuren zu nerven beginnen, festigen die beiden Oldboys mit einem zweiten Tagesrang ihren hervorragenden zweiten Platz in der Hobby-Zwischenwertung.

Der große Nesut auf Platz 2 in der Hobby Wertung

 

Am letzten Renntag trennen die beiden Oldboys nur 14 Minuten vom obersten Platz am Podium, doch das Team OMMA kämpft noch vor dem Start mit einem Defekt. An Kohlmaiers KTM hängt die Schwimmernadel des Vergasers, dank der perfekten Betreuung durch OMMA-Teamchef Thomas Layer wird der Fehler aber rasch behoben und das Team der Herzen kann mit 10 Minuten Verspätung ins Rennen gehen. Ein Rückstand, der aber trotz beherztem Angriff und cleverem Navigieren nicht mehr aufholbar ist. Nesuta/Kohlmaier werden am Ende mit knapp 31 Minuten Rückstand auf die Tschechen Brazina/Lach herausragende Zweite. Wir haben beide völlig unterschiedliche Fahrstile, und vielleicht ist gerade das unser Erfolgsrezept. Peter gibt in Sektionen, die eigentlich mir besser liegen, volle 120% und ich machs dann umgekehrt genauso. Außerdem verstehen wir uns menschlich hervorragend und wissen genau, wann der Teampartner gepusht werden muß., charakterisiert Peter Kohlmaier die tolle Performance des Team OMMA.

Platz 8 in der Profi Klasse für Erich Brandauer


Offroad-Lady Daniela Pexa schlägt sich bei ihrer ersten Romaniacs tadellos! Mit der 30-jährigen Daniela Pexa ist auch eine österreichische Dirt-Lady mit von der Partie bei der 6ten Red Bull Romaniacs. Die selbstbewusste Dame aus Niederösterreich hat sich mit der erst 19-jährigen Sorina Sandu einen echten Enduro-Rohdiamanten ins Team geholt. Sorina ist wie das Duracell Häschen sie gibt niemals auf und schaltet an den schwierigsten Stellen Energien frei, die uns dann Meter für Meter voranbringen., schwärmt Pexa. Was für die Herren der Schöpfung oft schon zuviel ist, meistern die beiden Beauties mit unglaublicher Willensstärke und bemerkenswerter Ausdauer, und so kämpfen die Mädels bis zum Schluß um die Zielankunft die Dani Pexa dann leider kurz vor dem Ende der Rallye doch verwehrt bleibt. Auf einer unscheinbaren Wiese geht die attraktive Studentin böse über den Lenker und verletzt sich das Daumengelenk an ein Weiterfahren ist nicht mehr zu denken. Trotz Strafzeit bleiben die beiden Damen in der Wertung und belegen schlussendlich den wirklich tadellosen 18ten Rang bei ihrer ersten Romaniacs-Teilnahme. Karl Pötzl und Jürgen Zeiler sind bei der Romaniacs bereits Fixstarter und nehmen die gewaltige Aufgabe daher schön entspannt und locker. Es wird jedes Jahr heftiger, daher steht bei uns das Ankommen als Ziel im Vordergrund., beschreiben die beiden Schremser ihre Rallye-Taktik. Mit Platz 12 in der Gesamtwertung können die Niederösterreicher schließlich mehr als zufrieden sein. Für die Rallye-Rookies Thomas Forstner und Johannes Rauscher aus Niederösterreich bedeutet die Red Bull Romaniacs in erster Linie ein Abenteuer, das die beiden mit Bravour und bester Laune absolvieren. Am Ende der Rallye ohne schwere Verletzungen ins Ziel kommen und dabei in der Wertung bleiben! ist die Devise für das Team Actionbike Racing, und mit dem tadellosen 13ten Gesamtrang haben die beiden Motocrosser trotz fehlender Hardenduroerfahrung ihr Ziel bravourös erreicht!
 

Platz 2 in der Profi Klasse für den Neuseeländer Chris Birch

   
Platzierung Profi Klasse Expert Klasse Hobby Klasse
1 Andreas Lettenbichler (GER) Jürgen van den Goorbergh (NL) Brazina / Lach (CZ)
2 Chris Birch (NZL) Manuel Gyenes (ROM) Kohlmaier / Nesuta (AUT)
3 Cyril Despres (AND) Florian Dietrich (GER) Heinze / Rauch (GER)
4 Lionel Seydoux (CH) Michael Dumoulin (BEL) Fratila / Raducu (ROM)
5 Paul Bolton (UK) Mathias Weichselmann (GER) Igelström / Nyberg (SWE)
 

Interessante Links:

Text: wetz - kettner
Fotos:
predag,gröbl,steffen,jiresch

Bericht vom 27.08.2009 | 6.618 Aufrufe

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