Bilder: Honda CBR1000RR-R Fireblade 2020 Test
Die neue Fireblade beschreitet radikale Wege. NastyNils testet die Maschine in Qatar. Hier die Fotos vom Test und alle technischen Details vom Motorrad ausführlich erklärt.
Der Kurztest auf YouTube erscheint am 29. Januar mittags. Der ausführliche Test in 4K für den Fernseheer am 31. Januar 20 Uhr.
Honda dreht 2020 voll auf! Mit einer radikal neuen Fireblade möchte man die Krone an der Strecke aber auch am Stammtisch zurück.
Dabei wurden Motor- und Chassis-Technologien des straßenzugelassenen MotoGP Bikes RC213V-S übernommen, ergänzt durch aerodynamische Lösungen des Moto-GP Rennbikes RC213V. Die neue Fireblade ist eine komplette Neuentwicklung, sowohl was den Motor betrifft, als auch das Handling und die Aerodynamik. Sie ist laut Honda kompromisslos auf maximale Rennstrecken-Performance ausgelegt.
Die SP Version kostet in Österreich 30.490 Euro, die Fireblade CBR1000RR-R EUR 25.490,-. Die Ducati Panigale V4-S liegt zum Vergleich in Österreich bei 33.995 Euro. Die RR-R Variante der Fireblade kostet in Deutschland 22.330 Euro (ab Werk zzgl Überstellung). Die SP kostet ab Werk 26.330 Euro. In der Schweiz kosten die beiden Motorräder 25.290 CHF bzw. 29.990 CHF.
Die Benchmark bei der Entwicklung der Fireblade! Der Edelrenner RC213V-S!
Die hintere 6-Zoll Felge besitzt eine neue Geometrie, um Gewicht zu sparen und gleichzeitig die Steifigkeit zu erhalten. Montiert werden Reifen der Dimension 200/55-ZR17 (bislang 190/50-ZR17), was die Änderung der Fahrwerksgeometrie beim Wechsel von Straßen- auf Rennreifen minimiert. Die vordere Felge ist weiterhin mit einem 120/70-ZR17 Reifen kombiniert.
Die CBR1000RR-R Fireblade SP ist ein brandneues Motorrad - laut Honda kompromisslos für den Rennstreckeneinsatz gebaut.
Vor Ort offenbarte sich die Positionierung auch bei der Sitzposition. Für viele war sie ungemütlich. Für mich war sie sportlich - und ich hatte Platz im Sattel.
Um bei Rennstreckengeschwindigkeiten Abtrieb zu erzeugen, und dabei eine minimale Stirnfläche beizubehalten, verwendet die CBR1000RR-R Winglets, die effektiv den gleichen Abtrieb erzeugen wie die RCV213V MotoGP Rennmaschine aus dem Jahr 2018. Dies bewirkt eine Reduzierung der Wheelies beim Beschleunigen sowie eine erhöhte Stabilität beim Bremsen und Einlenken in Kurven.
Hier die wichtigsten technischen Highlights an der Fireblade im Überblick.
Die Sitzposition hat sich bei der Fireblade im Vergleich zum Vorgänger verändert. Man sitzt sportlicher am Motorrad. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass man auch mit 185cm (NastyNils Größe) ausreichend Platz für Knie und Arme vorfindet.
Spektakulär! Die Verbesserung vom Leistungsgewicht in den letzten Jahren. Als Basis dient die kW-Angabe!
Für jene die es genau wissen möchten! Überblick über Riding Modi und Elektronik Setup. Details dazu hat NastyNils für euch im Video auf YouTube.
Klar wirkt die gesamte Elektronik erstmal bedrohlich. Doch im Sattel fühlt sich alles harmonisch an. Änderungen am Setup nimmt man am besten mit dem "Mode" Schalter vor.
Mit dem Mode Schalter kann man zwischen vorbereiteten Setups wechseln. So kann man schnell 2 unterschiedliche Setups ausprobieren und vergleichen.
Das gilt übrigens auch für das Fahrwerk. Somit sind Stopps in der Boxengasse nicht nötig und man kann mit einem Rollout mehrere Setups testen.
Die Unterschiede der Honda Fireblade CBR1000RR-R und CBR1000RR-R SP.
Neue Positionierung. Die neue Fireblade hat weniger Focus auf Landstraße. Honda steht auch dazu und präsentiert diese Kennlinien im Vergleich. Die neue Blade hat oben mehr Leistung, unten jedoch weniger. Das Leistungsplus steht ab 11.000 U/min an.
Zurecht stolz! Auf der Strecke in Qatar konnte die Fireblade die Testpiloten am ersten Tag voll überzeugen. Anlass zur kritischem Feedback an die japanischen Entwickler gab es kaum.
Am Vorderrad ersetzt eine neue 43 mm Öhlins NPX-Gabel die NIX-Gabel des Vorgängermodells. Vergleichbar mit dem Modell an der R1M von Yamaha. An der Ducati Panigale V4-S jedoch ist jedoch weiterhin die NIX Gabel montiert.
Die Schwinge der Fireblade ist länger und basiert auf dem Design jener der RC213V-S. Beim Layout wurden Steifigkeit, Gewichtsverteilung und Lenkgeometrie sorgfältig an die erhöhte Motorleistung angepasst. Anders als bei der RC213V-S ist jedoch keine Unterzugschwinge im Einsatz.
Neben dem neuen Motor und dem neuen Chassis verfügt die CBR1000RR-R SP über ein aggressives neues Verkleidungsdesign. Neben Designaspekten war das Erreichen des besten Luftwiderstandsbeiwert in dieser Motorradkategorie (mit einem Fahrer in Rennhaltung), ein verringerter Auftrieb beim Beschleunigen sowie eine verbesserte Bremsstabilität wichtige Entwicklungsziele.
Der Luftstrom für Kühler und Ölkühler wurde durch ein besonderes Aerodynamik-Management der Geschwindigkeit und des Drucks der aus dem Vorderradbereich strömenden Luft optimiert.
Der erste Schritt in diesem Entwicklungsprozess bestand im Absenken der Tankabdeckung um 45 mm (im Vergleich zum vorherigen Design), wodurch die Stirnfläche bei liegendem Fahrer verringert wird.
Verfügbar sind drei Fahrmodi, die sich auf folgende Parameter auswirken: Leistung, Motorbremse, Wheelie Control und die optimierte Honda Selectable Torque Control (HSTC Traktionskontrolle). Das Elektronikpaket umfasst nun ebenso einen einstellbaren Start Mode.
Das Öhlins Object Based Tuning Interface (OBTi) der zweiten Generation sorgt für eine feinere Abstimmung der Fahrwerks-Einstellungen vorne und hinten. Das System ist zwar nicht neu, der Regelalgorithmus musste für das neue Motorrad jedoch neu gemacht werden. Laut Öhlins wurde das System somit auch nebenbei gleich verbessert.
Die Größenreduzierung des CBR1000RR-R SP Motors eröffnete neue Möglichkeiten im Packaging für den neuen Rahmen und die neue Schwinge. Dies führte zu einer komplett überarbeiteten Geometrie der Fireblade.
Die Ziele der Änderungen am Chassis waren eine noch präzisere Lenkung bei hohen Geschwindigkeiten, verbesserte Stabilität beim Beschleunigen und Bremsen und ein Plus beim Gefühl für das Grip-Limit an Vorder- und Hinterrad.
Auch bei der Balance und dem Schwerpunkt gab es erhebliche Veränderungen. Die Kurbelwelle ist 33 mm weiter von der Vorderradachse entfernt und liegt 16 mm höher.
Integrierte, aus der MotoGP abgeleitete, Winglets erzeugen zusätzlichen Abtrieb.
Beim Test natürlich schwer zu greifen: Was bringen die Winglets? Fakt ist: In Summe hat die Maschine auf diesem sauschnellen Kurs toll funktioniert.
Ein Ram-Air Einlasskanal in der Frontverkleidung führt durch den Lenkkopf direkt in die Airbox.
Komplex war auch die Entwicklung vom Auspuff: Seine kompakte Auslegung und sein geringes Gewicht tragen spürbar zur Massenzentralisierung und zum maximalen Schräglagenwinkel auf der rechten Seite bei. Das integrierte Klappensystem wurde ebenfalls mit Akrapovic entwickelt, um sowohl Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen als auch Leistung bei hohen Drehzahlen zu liefern. Darüber hinaus verhindert ein valve stopper (Patent angemeldet) mögliche Abgasleckagen im geschlossenen Zustand und reduziert gleichzeitig den Geräuschpegel, so dass das gesamte Innenvolumen des Endschalldämpfers um 38 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell reduziert werden konnte.
Neue Brembo Stylema Bremssättel, 330 mm Bremsscheiben sowie ein zweistufiges ABS machen optisch und technisches einiges her.
Ein völlig neuer Diamond Aluminium-Rahmen nutzt den hinteren Teil des Motors als obere Dämpferhalterung.
Der Reihen-Vierzylinder-Motor nutzt wesentliche Technologien des RC213V-S Motors, weist dieselben Werte für Bohrung und Hub auf und verfügt ebenfalls über Titanpleuel und geschmiedete Aluminiumkolben. Die Einlassventile haben einen Durchmesser von 32,5 mm, beim Auslass sind es 28,5 mm
Um eine stabile Leistungsentwicklung über einen weiten Drehzahlbereich aufrechtzuerhalten, strömt die Luft unter Druck direkt durch den Lenkkopf in die Airbox. Möglich wird diese störungsfreie, geradlinige Luftführung auch durch einen Lenkwinkel von 25 Grad und den Einsatz des SMART Key Systems von Honda, da durch dieses System auf einen traditionell montierten Lenkschloss-Zylinder verzichtet werden kann.
Ein Quickshifter gehört zur Serienausstattung der SP Version.
Eine sechsachsige Inertial Measurement Unit (IMU), ein dreistufiger elektronischer Lenkungsdämpfer (Honda Electronic Steering Damper, HESD) sowie ein Öhlins Smart Electronic Control (S-EC) Dämpfungs-Interface der zweiten Generation sind Serienausstattung.
Die Honda Selectable Torque Control wurde weiter optimiert und ein einstellbarer Start Mode zu den Parametern Motorleistung, Motorbremse und Wheelie-Control hinzugefügt.
Es gibt drei Standard Fahrmodi, mit Optionen zur Variierung der Motorleistung und der Leistungscharakteristik. Der Parameter Power (P) arbeitet in den Stufen 1 bis 5, wobei 1 für maximale Leistung sorgt. Die Motorbremse (EB) steuert die Leistung bei geschlossenem Gashebel durch die Stufen 1 bis 3, wobei 1 die stärkste Motorbremse ist. Außerdem ist die Wheelie Control (W) in den Stufen 1 bis 3 einstellbar, wobei 1 die schwächste Wirkung bietet, sowie auch deaktivierbar.
Die Honda Selectable Torque Control (HSTC Traktionskontrolle) ist in 9 Stufen (plus off) einstellbar, wobei 1 den schwächsten Eingriff darstellt. Sie wurde für die neue Fireblade weiter optimiert und bietet nun auch ein Schlupfregelungssystem (wenn die Schlupfänderungsrate basierend auf dem Verhältnis von Vorder-/Hinterrad-Geschwindigkeiten vorgegebene Werte überschreitet). Damit wird laut Honda bei Drifts eine moderate schnelle Raddrehung erzielt.
Eine sechsachsige Trägheitsmesseinheit (Inertial Measurement Unit IMU) liefert eine genaue 3D-Erfassung der Fahrdynamik und liefert damit die Informationen für die elektronischen Systeme. Diese Einheit steuert auch den neuen dreistufigen Lenkungsdämpfer (Honda Electronic Steering Damper HESD) in Stabbauweise.
Ein Vollfarben-TFT-Bildschirm und der Honda Smart Key runden die Ausstattung der neuen CBR1000RR-R Fireblade SP ab.
Der Antrieb vom Startermotor wird durch die Hauptwelle der Kupplung geführt. Eine weitere Innovation von Honda um das Aggregat noch schlanker werden zu lassen.
Drehzahlfest: Ab sofort mit Schlepphebel zur Ventilbetätigung.
Die Reibung im Zylinderkopf wird durch den Einsatz von Diamond-like Carbon (DLC) Beschichtungen auf den Nocken weiter reduziert genau wie bei der RC213V-S.
Um die Haltbarkeit zu gewährleisten, wird bei den Gleitflächen der Pleuel die gleiche Konfiguration wie bei der RC213V-S angewendet. An den Pleuelaugen besteht sie aus geschabtem C1720-HT Berylliumkupfer (wegen seiner Zuverlässigkeit bei hohen Drehzahlen), während die Oberflächen am Pleuelfuß mit DLC behandelt werden.
Der CBR1000RR-R SP Motor bietet ein maximales Drehmoment von 113 Nm bei 12.500 U/min. Die Maximalleistung beträgt 217 PS / 160 kW bei 14.500 U/min.
Der Ventiltrieb wird von einem neuen zum Patent angemeldeten Semi-Cam-System angetrieben. Um eine solche Leistung mit hohen Drehzahlen und hohem Nockenhub zu erreichen, wird die Kette von dem auf der Kurbelwelle befindlichen Steuerzahnrad über das Nocken-Leerlaufrad angetrieben dadurch verkürzt sich die Länge.
Der Ventilwinkel auf der Einlassseite wurde von 11 auf 9 Grad reduziert. Diese Änderung verbessert den Verbrennungswirkungsgrad durch eine Verringerung der Oberfläche der Brennkammer. Auch der Gasströmungswirkungsgrad der Ansaugöffnungen wird um rund zwei Prozent erhöht.
Zur Kühlung der Kolben kommen Mehrpunkt-Öldüsen zum Einsatz, die kühlendes Motoröl bei jedem Verbrennungszyklus an mehrere Stellen auf den Kolbenboden spritzen. Wenn dies bei niedrigen Drehzahlen nicht erforderlich ist, unterbrechen Kugelventile an den Düsen den Ölfluss und minimieren so den Öldruckverlust und die Reibung.
Zur Steigerung des Drehzahlniveaus war die Minimierung der Reibung an verschiedenen Stellen im Motor ein Schwerpunkt bei der Entwicklung der neuen Fireblade. Um den Bohrungsverzug und damit die Reibung zu reduzieren, verfügen die Zylinder über einen zum Patent angemeldeten integrierten, unteren Bypass. Darüber wird Kühlflüssigkeit aus dem Kühler in den Hauptwassermantel geleitet, während im unteren Bereich ungekühltes Wasser verwendet wird. Der Effekt ist eine niedrigere und zudem gleichmäßigere Temperatur an allen Stellen der Zylinder (im Vergleich zum vorherigen Motor). Ein externer Schlauch entfällt ebenfalls.
Das komplett individualisierbare 5-Zoll TFT-Display wird mit dem Vier-Wege-Schalters am linken Lenker bedient. Hier im Bild: Der Analogmodus.
Ganz anders sieht da der "Track Modus" aus.
Die neue Fireblade 2020 SP aufgebrezelt mit etwas Honda-Zubehör.
Die neue Fireblade 2020 SP aufgebrezelt mit etwas Honda-Zubehör.
Galerie von: 1000PS Internet GmbH
hochgeladen am 28.01.2020