Yamaha R-Days 2006
YAMAHA R DAYS 06 |
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Gevatter Winter hat sich endlich Richtung Norden verzogen und ich konnte es kaum erwarten wieder auf dem Bock zu sitzen. Als erstes Testeisen habe ich gleich die FZ 1 ausgefasst, 150 PS sind ein herber Beginn. Um nicht sofort in der Botanik zu landen, hatte ich mich für die R Days am Pan Ring angemeldet. Ich hatte die Wahl zwischen Probefahren der neuen Yamaha Modelle oder Linienkorrektur mit der Ring-Fahrschule.. Egal, Hauptsache wieder auf der Rundstrecke und Kilometer fressen. Ich bin gleich am Bock angereist um mit ein wenig mehr Fahrpraxis am Pan Ring anzutreten. Das Wetter war nicht wie bestellt sonnig und mild sondern bewölkt und kalt. Aber davon ließ ich mich nicht mehr abhalten. |
Bei meiner Ankunft war der
Parkplatz gut gefüllt und die ersten Fahrer bereits auf der
Strecke. Technische Abnahme? |
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Gruppe Weiß, Rundenzeit über 2,20 am Pan Ring. Ich bin unwürdig! |
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Ich startete die Fazer und es ging raus auf die Strecke. Genannt hatte ich für die mittlere Gruppe. Eine weise Entscheidung, als ich sah, wie die gute Gruppe am Kabel zog. Obwohl ich mittlerweile mindestens schon 20-mal am Ring gefahren bin ist das erste Mal in der Saison ebenso aufregend wie das allererste Mal am Ring. Meine Blase drängte mich ständig auf die Toilette und kaum hatte ich das Visier geschlossen, lief es vor Aufregung an. Die Körperhaltung hatte etwas Spastisches und ich war so locker wie ein Stück Granit. Egal, es gab sowieso kein Zurück und was sein muss, muss sein. Raus aus der Boxengasse und rein in die erste Kurve, mit der Eleganz eines Pinguins an Land eierte ich um die Ecke. Gott sei Dank wurde es Runde um Runde besser, doch wirklich locker war ich nicht. Die Fazer ist ein gutmütiges Motorrad solange man den Gasgriff schont und so konnte ich den ersten Turn ohne Einschotterung absolvieren.
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R6, R1, FZ 1, FZ 6; MT03 können Probe gefahren werden, um Kaltdeformationen zu vermeiden fährt ein Guide vor. |
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Nachdem sich mein Puls beruhigt hatte und ich
endlich nicht mehr alle 10 Minuten starken Harndrang hatte, konnte ich
mich endlich für die Probefahrten anmelden. Die neue R6 hat eine radikale sportlich Haltung zu bieten, aber trotz meiner Überlänge hatten meine Beine Platz und ich fühlte mich rundherum wohl. Bremsen und Fahrwerk konnte ich nicht wirklich fordern, daher kann ich nur sagen, daß sich alles sehr fein anfühlte und ich nie in Bedrängnis geriet. Der Kollege, der mich irgendwann in Runde zwei mit der FZ 1 überholte, bot mir ein besonderes Schmankerl. Er fuhr alle Kurven im Supermoto Modus mit dem Fuß am Boden. Sein Kommentar: Geht butterweich die Fazer, da kann ma des scho machen Es geht nichts über eine demütigende Durchreichung.
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R1- Ich bin nicht schnell aber es fühlt sich so an. |
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Ich hatte noch beste Erinnerungen an die R1 vom Vorjahr und so musste ich dieses Jahr dringend das neue Modelle ausprobieren. Was soll ich sagen, die R1 ist mein Favorit. Die Paarung aus roher Kraft und feinster Straßenlage begeistert mich immer wieder. Über Aussehen lässt sich vortrefflich streiten aber eine R1 im gelben Replica Design macht mich einfach glücklich. Unsere Freundschaft auf der Rennstrecke kann durch nichts getrübt werden. Am Gas drehen und das 1000er Aggregat schiebt ambitioniert von unten an und will gar nicht mehr aufhören. Jede Senke auf der Strecke wird grundsätzlich mit erhobenem Vorderrad verlassen, sofern das Gas geöffnet ist. Vor der Kurve bremsen und runterschalten und danach wie auf Schienen durchfahren. Noch dazu
braucht man als Abgelederter kaum schalten.
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It never rains in Southern California but at the Ring in Pannonia |
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Der Vormittag verlief sehr zufriedenstellend, es
hatte nicht geregnet und ich hatte kein Motorrad als Rechen im Kiesbett
missbraucht.
Total überfressen aufs Motorrad und beim harten Anbremsen kommen Marios
kulinarische Schmankerln wieder retour. Noch dazu hatte der Yamaha Technikus den Luftdruck gesenkt und ich eierte auf dem Asphalt herum daß es eine Freude war. Ich erkannte das Problem und hielt bei einer Tankstelle um Luft nachzufüllen. Ich hatte bis dahin noch nie Luft an einer Tankstelle in Ungarn nachgefüllt und es war gut, dass ich es noch nicht tat. Ich war nass bis auf die Knochen und um es milde auszudrücken auf Tausend. Ich versuchte also die Luftpumpe aufs Ventil der Fazer zu stecken doch es gelang mir einfach nicht. Ähnlich dem Rubik Würfel fehlte mir einfach das logische Verständnis, um es zu meistern. Kraftausdrücke und Verwünschungen aller ungarischen Tankstellenpächter verließen in hoher Schlagzahl meinen Mund. Meine Hände ähnelten farblich dem eines Kumpels im Kohlenbergewerk. Es gelang mir schliesslich, aber ich werde nie mehr an der Tanke Luft nachfüllen, wenn es sein muss nehme ich mir einen kleinen Kompressor im Rucksack mit. Ich erreichte die Heimat trotz aller Widrigkeiten mit einem fetten Grinser, die Rennstrecke bringt einfach Freude und sollte als Therapie für Depressionen von der Krankenkasse bezahlt werden.
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Fazit: Fahrerfotos von der Veranstaltung in den Größen 20x30cm bis 60x90cm sowie Kalender findet Ihr auf www.haliklik.at |
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Bericht vom 16.05.2006 | 4.549 Aufrufe