Projekt A

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Wird sie? Wird sie nicht? Sie hat es getan! Und das mit 100%!

Projekt "A"

Bestanden

 
Tja, nun ist es endlich soweit, dass auch die letzte Leibeigene von 1000PS die Lizenz zum Anreißen in den Händen hält.
 
Die Fahrschule Columbus im 2.Wiener Gemeindebezirk macht es möglich den A-Schein innerhalb von 2 Wochen zu absolvieren, allerdings machte ausgerechnet mir das Verkehrsamt Wien einen Strich durch die Rechnung… aber das ist wohl wieder eine andere Geschichte! Kleiner Tipp meinerseits: Bereits vor Kursstart die behördlichen Wege erledigen!

Unter dem Motto "Fahrspaß erlaubt, Emotionen erwünscht" entwickelte das Team rund um die Fahrschule Columbus ein neues Ausbildungssystem namens  A-Express. A-EXPRESS ist eine Motorradführerscheinausbildung, die speziell für jene entwickelt wurde, die bereits den PKW-Führerschein besitzen.

Ziel des Systems ist es, die Ausbildung so kompakt wie möglich zu gestalten und vor allem grundlegende Fahrtechniken, wie die Ideallinie, Fahrrhythmus, drehzahlorientiertes Schalten, Zwischengas usw. zu erlernen.
Nettes Zuckerl nebenbei ist natürlich, dass die Fahrschule nicht mit den typischen, veralteten Mopeds ausgestattet ist, sondern die Schützlinge von der ersten Stunde an die Hornet 600 wetzen dürfen.

Wertvolle Tipps von den Fahrlehrern, wie man z.B. ein dunkles Visier im Verkehr richtig einsetzt, sind inkludiert.

 

Die Grundschulung - am Übungsplatz

Was? Ich auf 2 Rädern? Hab’ ich mir zu viel vorgenommen? Unmöglich! Dachte ich anfangs, doch Übung macht den Meister!

Als alte 50 Spezial Fahrerin, die die Feinde immer auf den Gatschhupfern vermutete, hatte ich natürlich keine Ahnung wo „Frau“ die Gänge suchen bzw. finden konnte, doch ein geduldiger und vor allem ehrgeiziger Lehrer namens Gerhard zeigte mir die richtigen Tricks: Immer auf das Gehör verlassen und ist das Gefühl im Rist ausschlaggebend!

Nachdem nun die grundlegenden Dinge wie "Wo ist der Jocker (bzw. für die Nicht Vespa-Fahrer unter uns "Was ist ein Joker überhaupt?") und die restlichen Bedienungselemente geklärt waren, starteten wir die ersten Gleichgewichtsübungen auf der Hornet 600. Mehr oder minder erfolgreich.


Besonders wichtig war uns, die persönliche Fitness unseres Fahrlehrers auf Herz und Nieren zu prüfen. Das Resümee: Ein Sprintertalent!

1. Helm auf? 2. Handschuhe an?
,
3. Richtige Sitzposition eingenommen? 4. Dann kann das Beschleunigungsrennen für Anfänger unter dem Decknamen "Gehen mit Motor" starten.
 

Die zweite Lektion beinhaltete die Spurgasse. Um die praktische Prüfung erfolgreich abzulegen, muss man für die Spurgasse mindestens 18 Sekunden benötigen. (Schaut einfacher aus, als es ist) Man munkelt, dass Gerhards persönlicher Rekord bei 57 Sekunden liegt und dadurch wurde logischerweise unser Ehrgeiz geweckt.

Numero 3 im Programm ist das Slalomfahren: Macht Spaß und das "ich will mehr " Gefühl wurde instinktiv geweckt. Die vierte Lektion war für mich persönlich wohl die größte Herausforderung: Das 8er fahren! Das Gefühl für Gas und Kupplung war ja mittlerweile vorhanden, an der richtigen Blickführung haperte es allerdings noch gewaltig. Zum Ausgleich dieses Defizits hat sich die Hornet  aber als optimales Übungsgerät für diese Disziplin erwiesen und nach Erkennen des Scheitelpunkt ging der 8er auch wie von alleine.

 

Hoffentlich können die anderen meinen Angstschweiß nicht riechen.

Ist der Rekord in der Spurgasse von 57 Sek. jemals zu brechen?

Immer schön locker bleiben in den Armen.

Hmmm, enttäuschend. Ich hatte das Gefühl mit dem Knie schon fast den Boden zu berühren.

 

Nachdem nun die Grundschulung am Platz beendet war, war ich bereit für den Verkehr. Sicherheitshalber hatte ich Freunde und Verwandte gebeten, zu dem besagten Zeitpunkt nicht das Haus zu verlassen. Unerwarteterweise lief es aber recht gut. (Zumindest ist niemand zu Schaden gekommen) und in den drauffolgenden Stunden machte sich das Gefühl von Selbstsicherheit in mir breit. Ich brauche euch wahrscheinlich nicht erzählen, wie sich mein Herzschlag rapide erhöhte, als ich zum ersten Mal die Brigittenauer Brücke mit sagenhaften 80 km/h überfuhr. Ab dem Zeitpunkt wusste ich: Hier bin ich richtig!

 

Kann's jetzt endlich losgehen?

 

Die Theorie:
Der Theorie Kurs war schnell geschafft und erwies sich als  äußerst hilfreich, da auch hier nicht auf die Praxis vergessen wird. Der Scheitelpunkt und die Ideallinie sind immer ein Thema!  Abschließend besprachen wir das Thema "Motorradtechnik" und nun kann ich stolz behaupten, nicht nur den Unterschied zwischen einem 2-Takt oder 4-Takt Motorrad zu kennen. Gefinkelte Fragen, wie ich z.B. einen Defekt am Gabelkopflager erkenne oder wie ich der Ursache eines flatternden Lenkers auf des Grund gehen kann, sind nun kein unendliches Mysterium mehr für mich.
Somit war ich bereit für den nächsten Schritt in Richtung Motorradjunkie: Die Theorie Prüfung.
Der Fragenkatalog erwies sich als überschaubar, da es ja mittlerweile für die B-Schein Besitzer möglich ist, den Allgemeinteil weg zu lassen, um nur das Thema Motorrad aufzusaugen.

Info: Vor der Theorie Prüfung muss man sich einer Vorprüfung stellen, damit man zumindest "fast" sicher gehen kann, dass man die Prüfung mit den erforderlichen 80% besteht.

 
 

Die praktische Prüfung:
Nun komme ich nicht mehr aus. Der Termin für die praktische Prüfung ist fixiert, das O.K. vom Verkehrsamt eingeholt, das Visier geputzt und weil ich wieder mal meinen Mund nicht halten konnte, all meinen Verwandten, Freunden und der 1000PS Crew Bescheid gegeben, dass heute der Tag der Tage sei.

Mit dem Wissen, die Prüfung  nicht versemmeln zu dürfen, fuhr ich um 8.00 früh zur Prüfungsvorbereitung  und die Angst, mir die Blöße zu geben und NastyNils anrufen zu müssen mit den Worten" Leider, nicht geschafft" immer mit dabei. Die Motivation mit der U-Bahn hin und dem Motorrad zurück zufahren stellte das Unbehagen aber wieder in den Schatten und ein nicht enden wollendes Grinsen machte sich in meinem Gesicht breit.
 

Am Übungsplatz angekommen hatten wir alle noch mal die Chance den Parcours zu durchfahren, was bedeutet: Slalom im zweiten Gang, Zielbremsung, Spurgasse und 8er fahren. Einwandfrei - und das Grinsen machte sich wieder bemerkbar.
Bei der Prüfungsvorbereitung hat man auch noch mal die Gelegenheit, das Motorrad und dessen Technik zu besprechen, die restlichen Rätsel zu lösen und die gängigsten Prüfungsfragen noch mal durch zu gehen. So weit so gut - jetzt heißt es nur noch auf den Prüfer warten.

Und er kam tatsächlich. Allerdings vom Gemüt her wesentlich lockerer als vermutet und mein mittlerweile von linkem-Augenzucken bis über leichten Brechreiz beeinträchtigtes Dasein bekam frischen Optimismus geliefert.

Ein, zwei Fragen zur Technik, in meinem Fall war es die Mindestprofiltiefe eines Motorradreifens und die verschiedenen Antriebsarten einer Mopettn, und der erste Teil war geschafft. Auch das 8er fahren und der restliche Parcours waren "zufriedenstellend".

Vor mir hatte ich also nur mehr die Stadt Fahrt. Die Prüfungsfahrt dauert durchschnittlich 30 Min. und mein Weg führte mich durch den 2.Bezirk. Als nicht Ortskundige hätte ich auch die Möglichkeit gehabt mittels Funk vorzufahren. Mir aber war die andere Variante, nämlich vorher die Strecke zu besprechen, lieber. Ich ertappte mich vor Beginn immer wieder dabei, daß ich ich mir leise vorsagte: Immer an die Geschwindigkeitsgrenze halten, deutliche Sicherungsblicke, falls es bei einer Ampel grün zu blinken beginnt, lieber stehen bleiben usw.

Die erste Kurve ging gleich schwer in die Hose, ich könnte jetzt behaupten, meinen Scheitelpunkt nicht gefunden zu haben, in Wahrheit war ich von einem neben mir fahrenden Transporter abgelenkt, der offensichtlich noch nicht panierte Schnitzel transportierte. Nicht das Grunzen der  Schweine betäubte meine Ohren, sondern der Gusto auf ein wohltuendes Schnitzel aus Mamas Küche hemmten mich, meine Fahrkünste unter Beweis zu stellen.

Die restliche Fahrt verlief ohne weitere Fahrfehler, die es ja auf Grund von menschlicher Gier nach einem guten Stück Fleisch tatsächlich gibt. Kurzfristig starb mir einmal der Motor der Hornetten ab, aber das war anscheinend noch kein triftiger Grund, für den Prüfer mir den A-Schein zu verweigern.

Angekommen am Übungsplatz überreichte er mir mit den Worten " Alles Gute" den vorläufigen Führerschein und bei mir machte sich nun endlich das Grinsen breit, welches bis heute noch anhält.

Kurz danach eine schnelle SMS an kot, um ihm die freudige Botschaft kund zu tun. Seine Antwort: "Der Asphalt wird darüber richten. Na dann halt Gratulation". Wie wahr, wie wahr ...
 

Dank an das ganze Columbus Team für euren Ehrgeiz, aus einer etwas weniger talentierten eine straßentaugliche Fahrerin zu machen, die sich im täglichen Motorradleben behaupten kann und bei der man nicht bei jeder Kurve das Gefühl haben muss, dass das Motorrad wieder mal Richtung Kurvenausgang katapultiert wird.
 

Die Monster findet man üblicherweise nicht am Übungsparkplatz, aber nett war es schon, sie zu fahren.

Der Schein ist mein.


So, nun stellst sich nur noch die Frage: Welches Bike soll es sein?
 

Führerschein Facts (Stand Mai 2008)

A oder Av?

Der Stufenführerschein bringt uns eine Unterteilung der Führerscheinklasse A; in die offene oder uneingeschränkte Klasse A und in die Vorstufe Av. Die Frage, ob man Av oder A erwirbt, hängt ausschließlich vom Alter ab, in dem man die Lenkberechtigung erwirbt. Hat man das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet, erwirbt man automatisch Av und ist dann 2 Jahre auf das Lenken von Leichtmotorrädern beschränkt. Nach Ablauf der 2 Jahre fällt diese Beschränkung automatisch weg. Wer die Lenkberechtigung nach dem 21. Lebensjahr erwirbt, hat automatisch die uneingeschränkte Klasse A (Vollmotorräder).

Mehrphasenausbildung:

Für die Führerscheinklasse A bzw. Av ist eine zweite Phase, 3 bis 9 Monate nach der Fahrprüfung vorgesehen. Anders als in der Führerscheinklasse B ist bei A (und Av) nur ein eintägiges Fahrsicherheitstraining vorgeschrieben.

 


PS: Die  Fahrschule Columbus bereitet auch gerne die "Auto-Normal-Verbraucher" auf den Deckel vor.
 
Interessante Links:

Text&Fotos: karolettaLambretta

Autor
karolettaLambretta

KAROLETTALAMBRETTA

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Bericht vom 03.06.2008 | 3.871 Aufrufe

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