Britalmoto Triumph
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Britalmoto/Hyde Harrier-Triumph |
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Wer hat's erfunden? In diesem Fall die Briten - aber die Schweizer machen nicht nur den Rachen frei mit einer Hyde-Harrier getauften Triumph-Interpretation. |
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Der englische Performance-Guru und Triumph-Tuner Norman Hyde stellte den
ersten Hyde Harrier 1987 auf der Motorcycle Show in England vor. Alles
drehte sich um den schlanken, Strassen-zugelassenen Café Racer, mit dem
man 130 mph, also gute 210 km/h auf den Asphalt knallen konnte. Im Jahr 2008 dann, zum 21. Geburtstag des Hyde Harriers und gleichzeitig zum 50-jährigen Jubiläum der Triumph Bonneville, entwickelte Norman Hyde zusammen mit Harris Performance die Hyde Harrier Jubilee getaufte Fasson. Diese aktuelle Interpretation einer Triumph Bonneville bezeichnet Norman Hyde als die sportlichste, verführerischste, für die Strasse zur Zulassung vorgesehene Bonneville, die je gebaut wurde. Gleich zwei verschiedene Kits, die auch locker untereinander gemixt werden können, entwickelte der versierte Engländer für den Fan britischer Motorrad-Legenden. Diese hier vorgestellte Schöpfung, gemäss seinem Begründer genannteHyde Harrier, basiert auf genau dem zweiten Rahmen aus der Jubilee-Serie, aufgelegt vom legendären Race-Spezialisten Harris-Performance. Der jetzt 30-jährige Schweizer Ivo Tschumi befasst sich bereits seit seiner Kinderzeit mit Café Racern in ihrer ursprünglichsten Form: |
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Im Jahr 2005 gründete ich die Firma ITD (Ivo Tschumi Design). Anfangs nur mit dem Schwerpunkt auf Custom-Painting und Airbrush-Design, fand ich im Laufe der Zeit immer mehr gefallen daran, die Motorräder auch gleich komplett umzubauen. Das stellt mittlerweile auch die Haupttätigkeit von ITD dar, eben ein Motorrad optisch wie auch technisch aufzuwerten und ihm ein eigenes Styling zu geben. Seit jeher und von klein auf Motorrad-begeistert, haben es mir die englischen Café Racer ganz besonders angetan. Deshalb habe ich beschlossen, mich diesem Thema speziell zu widmen und meine eigenen Ideen in die Tat umzusetzen. | |||
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Da ich seit meiner Kindheit mit meinem Vater auf Rennstrecken unterwegs
bin, und seit 1998 auch selber Rennen fahre, ist für mich der
sportliche, aber auch der optische Aspekt beim Motorradumbau sehr
wichtig. Der Café Racer ist meiner Meinung nach ein Motorrad, welches
erfahrbare Sportlichkeit und eine coole Optik sehr gut vereint. Ich
möchte mich aber auf keinen Fall nur auf eine Stilrichtung beschränken,
denn solange man das Motorrad nach dem Umbau noch richtig sportlich
bewegen kann, ist für mich alles erlaubt! Ivo's Vater, Fritz Tschumi,
gründete bereits im Jahr 1997 die Firma Britalmoto, welche sich primär
auf das Motorentuning, sowie den Aufbau klassischer Racer britischer
und italienischer Motorrad-Schmieden spezialisiert hat. Mittlerweile sind wir zusammen in Siglistorf im Kanton Aargau, einem kleinen Dorf zwischen Baden und Bad Zurzach, nordwestlich von Zürich, ansässig. Unsere Werkstatt ist bestens eingerichtet, von der Fräsmaschine und Drehbank über ein WIG-Schweissgerät bis hin zum eigenen Dynojet-Leistungsprüfstand. Und da wir sehr eng zusammen arbeiten und jeder von uns seine Spezialgebiete entwickelt hat, ist ein perfektes Endergebnis gewährleistet. Der Brit-Bike-Fan beginnt nach seiner Aussage ein Projekt mit einer Vorstellung, mit verschiedenen Ideen im Kopf, welche ich dann meistens als Skizze zu Papier bringe. Diese Ideen setze ich danach in die Tat um, während ich beim Aufbau natürlich ständig noch Verbesserungen und auch Änderungen vornehme. Am 28. Dezember 2009 dann erhielt der Schweizer Ivo endlich den Kit der Hyde Harrier aus der Serie Jubilee frisch aus England, der Rahmen mit der Nummer 2, passend dazu Schwinge, Tank, Sitz, Verschalung und weitere Kleinteile. |
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Basis-Kit 5.000 Euro. Topausstattung 17.000. |
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Damit konnte die Arbeit des jungen Schweizers mit einer Maschine aus
einer T 100 Bonneville beginnen, die spezifisch für eine Thruxton
vorgesehen war. Auspuffsystem, Fussrasten und Gabelbrücken, ebenso wie
das Bodywork, entstammen dem Hyde Harrier-Kit. Wer nun aber glaubt, dass
er die angebliche Katalog-Ware nur nehmen und zusammenstecken muss, der
liegt klar daneben und unterschätzt das Prozedere arg.
Zunächst gilt es, sich die Teile aus dem Basis- und den weit teureren Verlockungen des Top-Kits zusammen zu stecken. Während die Basis mit gut 5.000 Euro die Kasse belastet, gehören bei der besten Ausstattungsvariante auch die betörenden PVM-Felgen, spezielle Fahrwerkskomponenten und Bremsen als auch die Racing-Auspuffanlage dazu, dann aber auch gut und gerne an die 17.000 Euro verschlingen. Auch Ivo konnte zumindest den wertvollen Rädern mit den 20 Speichen als auch der charismatischen Hyde-Auspuffanlage nicht widerstehen. Rot-Grün regiert |
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Für die Bremsanlage mit 8-Kolben-Zangen vorn und Zwei-Kolben-Zange von Brembo hinten zeichnet Spiegler für die Scheiben verantwortlich. Die speziell von Norman Hyde für die Jubilee-Serie entwickelten Verkleidungsteile spiegeln die Racing-Erfolge vergangener, wilder Tage wider, als sich sogar ein Giacomo Agostini mit seiner MV Agusta einem siegreichen BSA/Triumph-Dreizylinder-Renner des John Cooper bei einem legendären Lauf 1971 in England geschlagen geben musste. Damals mit zumeist noch schwerwiegenden Fahrwerkskomponenten in Sachen Suspension versehen, kann sich der wackere Ivo heute am Heck mit den wertigen Öhlins-Komponenten aus einem stimmigen Federbein-Ballett den möglichen Unruhen aus dem Untergrund erwehren. | |||
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Öhlins Federbein, Upside-Down Gabel einer Ducati 916. |
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Das Twin-Kraftpaket stemmt nach sorgfältiger Überarbeitung der Einlasskanäle und Brennräume, der Bestückung mit 39-mm-FCR Flachschiebervergaser von Keihin, offenen Trichtern, schärferen Nockenwellen und einer insgesamt höheren Verdichtung von 10,5 : 1 an die 85 PS an der Kurbelwelle bei nunmehr forschen 865 ccm Hubraum. Die schweizerische Präzisionsarbeit von Vater und Sohn findet Ausdruck an diesem Krad in traditioneller englischer Racer-Kultur durch seine stimmige Ausstrahlung von Retro-Vibes, verbunden mit zeitgemässer Performance und beständiger Technik. Eine schlichte silber-graue Lackierung unterstreicht die Formen im edlen Renn-Design der englischen Fahrmaschine. Norman Hyde und Harris bereiten eine Strassenzulassung für England vor, was die Zulassung in der Schweiz bald um einiges erleichtern sollte. Solange besticht die Hyde Harrier durch ihren standesgemässen und erfolgreichen Rennstreckeneinsatz, dem sich Ivo nur zu gern und mit ganzer Leidenschaft widmet. | |||
Info: | |||
ivotschumidesigns.ch | hydeharrier.co.uk/normanhyde | ||
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Technische Daten | |||
Modell | |||
BRITALMOTO/Hyde Harrier Baujahr: Kit aus 2008, erbaut 2010 Erbauer: Ivo Tschumi, Besitzer: Fritz Tschumi |
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Motor | |||
Triumph Bonneville T 100 mit 865 ccm, luftgekühlt,
Reihen-Zweizylinder-Viertakt, mit Keihin
39-mm-FCR-Flachschiebervergaser, Einlasskanäle poliert, Brennräume
optimiert, scharfe Nockenwellen, höhere Verdichtung 10,5 : 1, offene
Trichter, kein Luftfilter, Hyde-Harrier-Sportauspuffanlage |
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Front | |||
Gabel Showa Upside-Down Ducati 916, Harris Performance Gabelbrücken,
Lenkerstummel Hi-Rise von Harris Performance, Instrumente Thriumph
Thruxton, Hyde Harrier Kit aus Tank, Maske, Scheinwerfer und
Lampenhalter, Fender Ducati Monster aus Carbon, Bremspumpe Ducati 996,
Acht-Kolbenzange und Scheiben Spiegler mit 320 mm Durchmesser |
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Bodywork | |||
Norman Hyde, Serie Jubilee für Harris Performance |
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Rahmen | |||
Hyde Harrier, Stahl-Doppelschleifenrahmen |
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Heck | |||
Rahmen, Schwinge und Sitzhöcker Hyde Harrier-kit, Sitzpolster Hüppi
Production/Britalmoto, FussrastenanlageHarris Performance, Öhlins
Doppelfederbein |
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Reifen/Räder | |||
PVM-20-Speichen-Felgen, 3,50 x 17 Zoll mit 120/60x17 vorn, 5.50 x 17
Zoll mit 180/55 x 17 hinten, Bereifung Avon Sport AV 59/60 |
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Preis | |||
Fahrwerkskit-Basic ab 5.000 Euro, Top-Kit circa 17.000 Euro | |||
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Interessante Links: |
Text/Fotos: S.Welte |
Bericht vom 23.11.2010 | 10.562 Aufrufe