Aprilia Sportcity Cube 300i.E.
, 125 und ONE 125 |
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New Model Art - Präsentation in Milano |
Wenn nicht die Italiener, wer kennt sich dann aus in Mode und
Styling? Und sind sie nicht auch Maestro in der Bewältigung des
ganz normalen urbanen Wahnsinns? Mit Raffinesse und Technik gilt es,
gegen die Tücken des alltäglichen Verkehrs-Chaos anzugehen. Die
Aprilianer wissen sich mit immer neuer Taktik und quicker Elastizität
mit ihren Scooter zwischen Auto-Wahn, Straßenbahnen und wilden
Fußgängerhorden artgerecht zu behaupten. Der Sportcity beweist sich da
als flexibles und entwicklungsfähiges Modell, bietet in immer neuen
Varianten und Motorisierungen eine weit gefächerte Bandbreite, je nach
Gusto der Scooteristen und ihrer Bedürfnisse. Ein Erfolgsmodell, das
sich wie der VW Golf im stetigen Wandel befindet, und mittels
verschiedener Evolutionsstufen dem Trend anpasst.
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Nicht ganz 90 - 60 - 90 - Trotzdem nett. |
Da bieten die findigen Italiener aus Noale nun die preisgünstigen
Variationen mit der Typenbezeichnung ONE in 50 und 125 ccm an. Für
die urbanen Menschen auf der Suche nach mehr Komfort und Luxus
entwickelten sie den Sportcity unter neuer Zusatz-Bezeichnung namens CUBE,
stellten diese neue Armada für den Stadtkampf sowohl als 125er als auch
die für uns heuer relevante, ganz neue Größe der 300er Modelle auf die
erhabenen 15-Zoll-Räder. Also gleich mal für den Modus Ready to race
im wilden Stadtgetümmel von Mailand, dieses Mal mit den crispen
Testfaktoren: strömender Regen, Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen,
und die im urbanen Überlebenskampf gereiften, geviften
Vollblut-Italiener.
Nicht zu vergessen: die rennverrückten Engländer vom Scootering-Magazin
im direkten Vergleichskampf, allen voran der versierte und zu allem
bereite Sticky. Der sich immer wieder durch seine wilden
Hanging-Off-Ritte (Knie raus!) oder den schleifenden Stiefelabsätzen
(Fuß vor!) im Kreisverkehr auszeichnet. Schließlich ist der Brite hier
nicht zum Spaß, sondern um unter Beweis zu stellen, dass er den
schnellen Rhythmus von der Rennstrecke auch auf Mailands Straßen
transportieren kann. Erst recht mit einem neuen Serien-Modell. Wenn es
sein muss. Wir dagegen wollen die Hubraumerweiterung des ehemaligen
Viertelliter-Sportcity erfahren, dessen Triebwerk mit etwas mehr Bohrung
und Hub ihn neuerdings zum 300er CUBE kürt.
Aber nicht nur die neue elektronische Einspritzung bietet dem
Rolleristen den Anschluss an die zeitgemäße Benzingemisch-Aufbereitung.
Ein rigider agierender Rahmen soll mehr Festigkeit ins fahraktive
Geschehen bringen, der verlängerte Radstand auf 1.360 mm in Verbindung
mit den beiden hydraulischen Federbeinen und der einstellbaren
Federspannung für mehr Komfort bei Fahrbahnunebenheiten Sorge tragen.
Ja, sogar für ausschweifender anzunehmende Touren soll der Neue locker
und smooth herhalten können. Die 9 Liter Tankinhalt sollten es schon
richten.
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Genauso wie der Golf in der jüngsten Generation ordentlich zugenommen
und vom Small-Budget-Image eines ursprünglichen VW Käfers mittlerweile
weit entfernt ist, so distanzieren sich mittlerweile die einstigen
Blech-Scooter der Mods von den Automatik-Rollern der Jetztzeit. Sogar
das neueste Update des Sportcity kommt einem Generationen-Wechsel
gleich. Die Aprilianer sprechen gar von dem Beginn der dritten
Evolutionsstufe, da der 300er Cube mehr der sportlichen Eleganz urbaner
Mobilität zugeneigt ist, denn ausschließlicher Zweckgerichtetheit. Quasi
die SUVs (Sport Utility Vehicles) unter den Viertakt-Rollern, mit
Mehr-Dimensionalität im Einsatzbereich sowohl als auch im Auftreten. Die
bequeme und ausladende Sitzbank, der fest installierte Gepäckhalter für
das möglichst ausladende Top-Case, der obligatorische Stauraum unter der
Sitzbank, der mindestens einen Jet-Helm fassen soll, die größere
Reichweite per Komfort und Tankvolumen - alles easy anwendbar auf
Milanos vor Nässe quietschendem Kopfsteinpflaster zwischen Trams und
Schienen.
Du bist gefordert, dich im Sprint gegen den smarten Einheimischen
mit dem aerodynamisch geformten Nolan-Jet-Helm auf dem Kopf und der
ungeduldig pulsierenden rechten Hand am Scarabeo-Scooter neben dir zu
behaupten? Den Überraschungsmoment, den seine neugierigen Blicke und der
späten Erkenntnis beim Anblick der blitzneuen Roller neben sich an der
roten Ampel zeigen, nutzen wir zum entfesselten Dreh am rechten Griff.
Das Teil mit den 22,5 PS (16,5 kW) beschleunigt voll, kommt unten raus
sowieso besser als der 250er Vorgänger mit gleicher PS-Zahl, aber
weniger Drehmoment (heuer 22 Nm bei 6.500 U/min), lässt die Nadeln in
der neu gruppierten, elegant-dreiteiligen Instrumenten-Anzeige
(analog-digital, easy an den Griffen abrufbare Daten) hochschnellen,
presst die neu gestylte Front mit dem energischen Scheinwerfer-Ensemble
in den Wind - und schafft es sogar, den Grip trotz nasser
Straßenoberfläche smooth und griffig in Vortrieb zu verwandeln. Dabei
finden die Füße enormen Platz und Halt auf der breiten Plattform, so
sich denn der kurveninnere Fuß nicht gleich wieder gen Asphalt bewegen
mag, um noch mehr Gefühl für die anstehende Kurve im Straßengefälle des
Kreisverkehrs zu finden. Spätestens im Altstadt-Getümmel auf den
höchsten Verwerfungen des uralten Kopfsteinpflasters von Milano, mit den
enorm breiten Fugen dazwischen, weißt du den superben Komfort aus
rigidem Chassis und perfekt funktionierender Federung und Dämpfung zu
schätzen.
Die 260er Scheiben-Bremsen mit dem Zwei-Kolben-System an der Front
wissen optimal mit Unpässlichkeiten im Trubel des Verkehrsgeschehens
umzugehen. Am Heck verhilft eine 220er Scheibe mit einem
Ein-Kolben-System dem Drang nach Stillstand sicher Nachdruck zu
verleihen. In seiner Handlichkeit kommt der Einzylinder-Roller mit dem
gesteigerten Hubraum-Volumen den kleinen Geschwistern nah, wenn er auch
ob des höheren Gewichts nicht unbedingt mit einem Wiesel verglichen
werden darf. Eher mit der Fortbewegung eines weitaus kräftigeren
Luchses. Aber im Bewegungsdrang auch bei längeren Distanzen - und
sowieso beim Sprint von der Ampel weg, ist der 300er Cube den kleinen
Geschwistern weit überlegen.
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Dennoch: Die vier eher gedeckten Farb-Varianten werden der
sportlichen Attitüde des schwungvollen Motors optisch nicht gerecht.
Nicht nur Racy-Sticky aus UK ist der Meinung, dass eine fünfte
Color-Variable mit schnittigen Graphics angeboten werden sollte.
Schließlich kann gerade Aprilia an seinen stylischen Krädern mit dem
beliebten Gut-gebrüllt-Löwe- Layout spektakulär aufwarten und stark
imponieren. Das wäre eine weitere Raffinesse für den
Überraschungsangriff mitten im Großstadtgetümmel. Die Technologie kann
jedenfalls klar und direkt mithalten.
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Neuerungen bei 125er und 300er Sportcity mit Namen
CUBE: |
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Neu geformte Windschild-Frontmaske mit
integrierten Hydraulikbehältern
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Neu gestaltete Kühleinlässe
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Neuer Vorderrad-Kotflügel
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Neues Cockpit mit drei analogen Anzeigen und
Digital-Bordcomputer
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Geänderter Lenker für entspanntere
Sitzposition
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Neuer Alu-Gepäckträger mit integrierter
Topcase-Halterung
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Neue Farben (blu planet, grigio escape)
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- Preis 125er CUBE - 3.349 Euro inkl. NK
- Preis 300er CUBE - 4.349 Euro inkl. NK
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Sportcity ONE 50 und 125 |
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- Runden das Preissegment nach unten ab
- Orientieren sich optisch an den teureren CUBE-Varianten
- Besitzen 14-Zoll-Räder mit Niederquerschnitt-Reifen
- Sparsame und leise Viertakt-Motoren
- Kompakte Abmessungen
- Niedrige Sitzhöhe
- Geringes Eigengewicht
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- Preis Sportcity ONE 505 - 1.899
Euro inkl. NK
- Preis Sportcity ONE 125 - 2.399 Euro inkl. NK
In vier verschiedenen Farben zu haben, in Kürze bei allen
Aprilia-Vertragshändlern.
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Technische Details CUBE 300 i.e. |
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Motorbauart |
flüssigkeitsgekühlter 1 Zylinder - 4 Takt Motor,
geregelter Katalysator, Euro 3 |
Ventile |
vier pro Zylinder, eine oben liegende Nockenwelle |
Bohrung x Hub |
75,0 x 63,0 mm |
Hubraum |
278 cm³ |
Verdichtung |
11,5 : 1 |
Leistung |
17 kW (23 PS) bei 8.000/min |
Drehmoment |
22 Nm bei 6.500/min |
Gemischaufbereitung |
Elektronische Einspritzung |
Zündung |
CDI, elektronisch |
Starter |
Elektro |
Lichtmaschine / Batterie |
380 W, 12 V |
Schmierung |
Nasssumpf, mechanisch |
Kupplung |
Fliehkraft |
Getriebe |
Stufenloses Automatikgetriebe, Antrieb über Riemen |
Rahmen |
Rahmen aus Stahlrohr, Triebsatzschwinge |
Federung vorne |
Hydraulische Teleskopgabel, 36 mm Tauchrohr |
Federung hinten |
zwei Stoßdämpfer, 4-fach verstellbare Federvorspannung |
Federweg vorne |
100 mm |
Federweg hinten |
80 mm |
Bremse vorne |
zwei Scheiben, 260 mm, Zweikolben-Zangen |
Bremse hinten |
eine Scheibe, 220 mm, Doppelkolben Zange |
Felgen / Reifen vorne |
Leichtmetall - Gußräder, 2.75 x 15; 120/70 - 15 |
Felgen / Reifen hinten |
Leichtmetall - Gußräder, 3.00 x 15; 130/80 - 15 |
Länge / Breite / Höhe |
2000 mm, 730 mm, 1205 mm |
Sitzbankhöhe |
780 mm |
Radstand |
1375 mm |
Leergewicht (vollgetankt) |
159 kg |
Zul. Gesamtgewicht |
364 kg |
Zuladung |
205 kg |
Tankinhalt |
8,5 Liter (davon 2,0 L Reserve) |
Höchstgeschwindigkeit |
125 km/h |
Preise Österreich: |
125er: € 3.349,--
300er: € 4.349,-- |
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Text: Sabine Welte
Bilder: Sabine Welte, Aprilia
www.sabine-welte.de |
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