Dauertest Monster S2R
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Der Internet Imperator NastyNils wollte mir ursprünglich
eine 125er
Chopper zuteilen, inklusive Fransen und Sissybar. Begründung für diese
obskure Entscheidung ist meine angebliche Unwürdigkeit gepaart mit fehlender
Schnelligkeit. Mag sein, aber bei unserem freitäglichen Schnitzelevent bin
ich Valentino Rossi, der panierte Schnitzelteppich ist in Bestzeit
verschwunden. Nasty Nils ist nun mal ein extremer Ehrgeizler und er würde bei
einem Rennen im Kindergarten sein eigen Fleisch und Blut versägen. Er
verlangt vollen Einsatz und Todesverachtung obwohl ihm ja schon lang klar
sein muss, dass wir alle furchtbare Warmduscher sind. Ich konnte ihn dann
doch noch überzeugen das es ganz wichtig wäre einen feinen Zweizylinder im
Fuhrpark zu haben. Der Hinweis das ja auch er damit jederzeit fahren kann
war durchaus hilfreich. Ich rückte mit unserem
Fiat Scudo Richtung Bruck an der Mur aus um die
Monster bei BLM abzuholen. Schon beim ersten Blick dachte ich mir "Die
schaut mörder aus!" Die 803 ccm und die 77 PS waren vergessen, ich will
fahren und umlegen. Alles an der Monster spricht dafür anzudrücken, der
schlanke Gitterohrrahmen, die Upside Down Gabel, die Einarmschwinge und der
gebückte Lenker. Sofort nachdem ich ausgeladen hatte, eilte ich zur
Anmeldestelle um meine Taferln zu bekommen und die erste Ausfahrt zu
starten. |
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Roter als Rot, ein bisserl Ferrari, ein bisschen
Ducati Corse. Gibt es natürlich auch in einer Dark Version, kostet exakt 500
Eier weniger. |
803 ccm luftgekühlt, die Ducati verbirgt nichts. Jeder soll sehen wie das Herz des Zweizylinder Motors schlägt. Der elegante Ölkühler erfreut das Auge des Betrachters. | ||
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Ich danke dem Designer der Monster für die geschweißte Einarmschwinge und den hochgezogenen Doppelendtopf, einzig der Sammler wirkt etwas fehl am Platz. Zu groß, zu plump aber was tut man nicht alles um die Umweltauflagen zu erfüllen. Sollte man den Anblick nicht ertragen können kann man sich ja eine Komplettanlage eines Sportauspuffherstellers besorgen. | |||
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Kurven, Kurven und nochmals Kurven. Die S2R hält was sie verspricht. Pickerl und Kennzeichen aufs Motorrad und ab in die freie Wildbahn. Doch Obacht, der Feind des Motorrades ist die Unachtsamkeit des Fahrers. Ich hatte die 77 PS eindeutig unterschätzt und in Kombination mit dem neuen Reifen wäre ich fast in den Wald gefahren. Beim harten Gas geben am Scheitel rutschte der Hinterreifen sofort weg. Trotz dieses kurzen Moments des Schreckens war der erste Eindruck tadellos, obwohl ich eigentlich zu groß für jedes Motorrad bin sitze ich auf der Monster wie auf Muttis Schoß. Der angenehme Druck auf den Lenker vermittelt das Gefühl der vollen Kontrolle. Im Notfall heißt es dann "Ellbogen raus, Oberkörper runter und Attacke". Durch die ins Motorrad integrierte Sitzposition hat man das Gefühl die Monster wird eins mit Becken und Hüfte. Dadurch lässt sie sich ohne Mühe und Drücken um jede Kurve bringen. Einzig bei engen Serpentinen fällt die Gangwahl schwer, in der ersten ruckt es derb und in der zweiten fehlt das Gas. Man hat das Gefühl die Monster würde gleich umkippen. Dieses Problem lässt sich sicher durch eine kürzere Übersetzung beheben. |
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Kurz&Bündig: |
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Fahrwerk: | Bremsen: | ||
Trotz fehlender Einstellmöglichkeiten gibt es nichts zu bekritteln. Selbst
für +100kg Menschen wie mich eignet sich die Werkseinstellung
bestens. Das Fahrwerk ist hart aber herzlich, für sportliches Fahren gerade
richtig. Wer Probleme mit den Bandscheiben hat sollte vielleicht auf ein
anderes Moped umsteigen.
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Über jeden Zweifel erhaben, funktionieren perfekt. Feines Ansprechverhalten, benötigt keine hohen Handkräfte. Die S2R verfügt vorne über 2 schwimmende Bremsscheiben mit 300mm Durchmesser und 4 Kolbensättel Marke Brembo. | ||
Sitzposition: | Motor: | ||
Egal ob man 1,94 m groß ist oder nur 1,60 m klein ist, den Designern ist es
gelungen die eierlegende Wollmilchsau zu erschaffen. Sehr gelungen und für
mein Empfinden auch recht bequem. Die vorgebeugte Haltung gibt dem Reiter
gute Kontrolle für das Vorderrad. Aggressiv aber nicht unbequem.
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77PS bei 8250 um/min und 72,6 Nm bei 6250 um/min. Klingt nicht nach viel aber die Duc kann durchaus mithalten, der Motor kommt trotz kleiner Kubatur auch aus tieferen Drehzahlen schnell hoch. Leistungsfetischisten sollten sich an die große Schwester S4R halten. | ||
Preis/Leistung: | Garantie und Service: | ||
Für 10.495 Euro erhält man ein Motorrad das sich von der Masse abhebt und Spaß macht. Für Sparsame bietet Ducati eine Dark Version um 9.995 Euro, sie büßt Sitzbankabdeckung und Scheinwerferverkleidung ein und kommt mit Stahllenker. | 24 Monate Garantie, erstes Service bei 1000 km und dann alle 10.000km
oder einmal in 12 Monaten. Servicekosten: 1 Service bei 1000km: ca. 180 bis 200 Euro 2 Service bei 10000km: ca. 400 bis 450 Euro |
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1000er Service:
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Technische Daten Duc Händler auf 1000ps.at Original Zubehörkatalog Links: www.ducati.at, www.ducati.com, www.akustik-italiana.at, www.ducaticlub.at,www.ilmberger-carbon.de |
Bericht vom 30.05.2005 | 26.488 Aufrufe