Gilles Werksbesuch

Was man aus 45 Tonnen Alu alles machen kann? 10.000 Fußrastenanlagen zum Beispiel!

10.000 Fußrasten Sets pro Jahr werden vom Topseller verkauft.

 

Zu Besuch bei Gilles

Wer an verstellbare Fußrasten denkt, denkt vermutlich zu aller erst mal an die Firma Gilles. Firmengründer Gerhard Gilles hat vor 10 Jahren für seine eigene Rennmaschine mit viel Liebe zum Detail die ersten Rastenanlagen produziert und daraus ein Serienprodukt gemacht.


Werksbesichtigungen machen mir eine besondere Freude. Direkt bei den Produktionsanlagen entdeckt man oft die Wahrheit über Marken und deren Produkte. Dort hilft kein Marketinglatein und auch kein Hochglanzprospekt. Der Spirit und der Geist des Unternehmens pulsiert unzensuriert durch die Werkshalle. Bei Gilles transportiert der Spirit vor allem Eines: Innovation! Jahr für Jahr werden immer wieder neue Produkte entwickelt. Obwohl man meinen könnte, es gibt ohnehin schon alles was Motorradfreaks brauchen.

Gilles steht natürlich in erster Linie für Strassensport-Fußrastenanlagen, doch heuer brachte man zum Beispiel auch eine Fußrastenanlage für Reisenenduros auf den Markt - (siehe Story). Gilles baut aber auch Bremshebeln, Kupplungshebeln, Crashpads und sonstige Tuningteile für den Perfektionisten.

Hier fängt alles an. Verkaufsleiter Hr. Mosbach präsentiert das vermeintlich kleine Alu-Lager der Firma Gilles. Doch pro Jahr werden 45 Tonnen Alu-Legierung in verschiedensten Formen durch die Bearbeitungszentren gejagt. Die voluminöse Drehbank arbeitet im 3-Schichtbetrieb. Während der ersten 2 Schichten wird sie von Menschen beaufsichtigt, für die 3. Schicht wird sie nur mit Materialnachschub versorgt und in der Nacht alleine gelassen.
Packt eure Lupe aus! Selbst kleinste Buchsen werden bei Gilles im Haus produziert. Zugekauft wird nur der Rohstoff und ein paar Schrauben. In den Fräßmaschinen werden aus den Alublöcken verschiedenste Teile gefräst. Einfach irre: Für manche Teile werden 90% des Materials zerspant...
..doch keine Sorge: Die reinen Aluspäne werden an den Rohstofflieferanten geliefert und dieser macht daraus wieder hochwertige Rohmaterialien für die nächste Lieferung. Ein gutes Geschäft mit der Firma Gilles machen nicht nur die Alu-Produzenten, sondern auch die Werkzeuglieferanten. Die Bearbeitungszentren sind mittels Revolver-Magazinen mit verschiedensten Werkzeugen bestückt.
Die Gilles Teile werden entweder in Alu-Natur belassen oder eloxiert. Beliebt sind dabei natürlich die Klassiker Schwarz und Gold. Trotz der engen Toleranzen beim Eloxieren, ist bei der Montage ein strenges Auge nötig. Es können klarerweise nur Teile miteinander verschraubt werden, welche exakt den gleichen Farbton haben. Schon geringe Helligkeitsunterschiede toleriert weder der Herr Gilles und vermutlich auch nicht der anspruchsvolle Kunde.
Jede einzelne Fußrastenanlage wird übrigens frisch montiert. Je nach Rastenanlage und Motorradtype werden die passenden Module zusammen gesteckt, geprüft und in Schachteln verpackt. Das Topmodel gibt es zum Beispiel in 75 verschiedenen Bauformen und das passt dann auf rund 150 verschiedene Motorräder.
Hier werden die neuen Alutrümmer in digitale Form gebracht. Die 3D-Daten fließen dann zuerst zum Rapit-Prototyping-Plotter. Daraus kann man über Nacht einen Kunststoffprototypen erstellen. Ohne die sündhaftteuren Bearbeitungszentren von ihrer eigentlichen Arbeit abzuhalten. Bestehen diese Plastikteile ihre Pass- und Funktionsprüfung am Motorrad werden die Daten vom PC hinunter in die Werkstatt gebracht. Danach beginnt die Serienproduktion vom neuen Teil.
Gerhard Gilles und NastyNils im Gilles Werk in Luxemburg. Der gelerente Werkzeugmacher tüftelte als aktiver Rennfahrer selbst an der perfekten Fußrastenanlage. Das Meisterstück brachte er dann nach Karriereende in Serie. "Als Rennfahrer fahr ich nicht sonderlich erfolgreich", lächerlt Hr. Gilles. Im Tuning-Geschäft geht es im nun jedoch deutlich besser. Mittlerweile ist er mit seinem TÜV-zertifizierten Unternehmen eine große Nummer im Zubehörmarkt und beliefert zum Beispiel BMW als OEM-Lieferant. Kritik musst sich der nette Hr. Gilles aber trotzdem gefallen lassen. Böse Zungen behaupten, dass er schon seit Jahren nicht mehr auf der Rennstrecke attackiert. Er hängt ständig im Entwicklungsbüro herum. Kann doch nicht sein, dass der Mann der schnellsten Rasten zum Schreibtischtäter mutiert? Wir bleiben drann und machen Druck!
Besonders stolz ist der Perfektionist übrigens auf den Kettenspanner mit innen liegendem Getriebe. Mittels Übersetzung von 1:10 kann die Kettenspannung super exakt und einfach eingestellt werden. Ein Blickfänger ist das Teil natürlich ebenso.

Alle Produkte und News der Firma Gilles unter http://www.gillestooling.com/


Import für Österreich: www.berger-motorsport.com

Bericht vom 01.11.2010 | 12.908 Aufrufe

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